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Studie: Mehr organisierte Manipulation in sozialen Netzwerken

Manipulation in sozialen Netzwerken nimmt weltweit zu. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern des Oxford Internet Instituts.

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Twitter-Account von Donald Trump

Wirft seinen Gegnern gern "Fake News" vor: US-Präsident Donald Trump.

(Bild: dpa, Patrick Pleul)

Forscher des Internet Instituts der Universität Oxford haben eine Bestandsaufnahme der weltweiten organisierten Manipulation in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Der Bericht "A Global Inventory of Organized Social Media Manipulation" nennt 48 Länder mit gezielten Desinformationskampagnen im Jahr 2017. Im Vorjahr waren es noch 28. Organisiert wurden die Kampagnen laut den Forschern von Parteien und Agenturen, besonders vor Wahlen. Zu den verwendeten Mitteln zählen Fake-Benutzer und Kommentatoren sowie Bots.

Vorwiegend in Schwellen- und Entwicklungsländern werden auch Messenger wie WhatsApp, Telegram und WeChat zunehmend für gezielte Kampagnen benutzt. Auf der einen Seite beobachten die Autoren der Studie zunehmende Anstrengungen der Regierungen, gegen Manipulationen vorzugehen. Gleichzeitig wachse der Markt für bezahlte Kampagnen.

Für die Studie sammelten die Forscher Medienberichte aus den untersuchten Ländern. Als Quellen zogen die sie nicht nur professionelle Medienseiten heran, sondern benutzten die Ergebnisse von Suchmaschinen, um auch Berichte von privaten Autoren zu berücksichtigen. Dabei suchten sie systematisch nach Begriffen wie bot, fake, information warfare, sock puppet, troll. Auf dieser Grundlage erstellten sie Länderberichte, die anschließend mit Expertengesprächen abgeglichen wurden.

Die Untersuchung sieht in den Anstrengungen eine Gefahr für Demokratien. Im Fall der Beeinflussung der US-Wahl habe man erst zu spät begonnen, über die Folgen der Kampagnen zu diskutieren.

(jam)

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