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Studie: Mobilfunkfeldstärken in Hessen liegen weit unter Grenzwerten

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Die Stärke der von Mobilfunksendeanlagen ausgehenden elektromagnetischen Felder in Hessen liegt weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. Zu diesem Ergebnis komme eine landesweite Messreihe des TÜV Nord, erklärte das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF). Die von den Mobilfunknetzbetreibern gegründete Brancheninitiative habe die unter Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz stehenden Messungen in Auftrag gegeben, um einen sachlichen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über die Eigenschaften von Mobilfunkfeldern zu leisten. Vertreter von 24 Städten in Hessen seien im Vorfeld der Messreihe gebeten worden, Vorschläge für Messorte einzureichen, was breit genutzt worden sei.

Entsprechend den Empfehlungen der Kommunen seien zahlreiche Orte mit sensiblen Nutzungen wie Kindergärten und Schulen oder Wohnbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft von Mobilfunkantennen untersucht worden. An den über 100 Messpunkten hätten die TÜV-Ingenieure Mobilfunkfelder in nur minimaler Höhe gefunden. Selbst der größte ermittelte Wert in Hessen habe nur 1,3 Prozent des gültigen Grenzwertes bezogen auf die Leistungsflussdichte erreicht. Die Mehrheit der Messwerte habe unterhalb von 0,1 Prozent gelegen.

Die Auswertung der Messergebnisse zeige darüber hinaus, dass der von einigen Kommunen geforderte Sicherheitsabstand von 100 Metern oder mehr um Schulen, Kindergärten oder Krankenhäuser nicht zielführend sei, da in den Räumen und Wohnungen direkt unterhalb einer Sendeantenne die Immission häufig deutlich geringer als in größerem Abstand außerhalb des Gebäudes sei. Die Messreihe zeige zudem, dass andere Funkquellen wie etwa TV- und Radio-Sender zum Teil deutlich höhere Immissionen als Mobilfunksendeanlagen erzeugen.

Bei der Messreihe hätten die TÜV-Experten erstmals seit der Aufnahme des Regelbetriebs Anfang 2004 die Gesamtimmission der vier UMTS-Mobilfunknetze untersucht. Dabei stellten sie einen erwarteten leichten Anstieg fest, wobei die aufsummierten Leistungsflussdichten aber an allen Messpunkten nur Bruchteile des zulässigen Grenzwertes ausgeschöpft hätten.

Die Messungen wurden nach den Qualitätsstandards der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) durchgeführt, erklärte das IZMF weiter. Die Messergebnisse aller Außenmesspunkte sollen in die öffentliche Datenbank der Behörde aufgenommen werden.

Messergebnisse und Bewertung aus technischer und biologischer Sicht wie auch alle Informationen zum Messverfahren sollen ab Juli auch auf der IZMF-Website zum Download bereitstehen. Außerdem wolle das IZMF bei öffentlichen Veranstaltungen in Gießen (1. Juli), Kassel (8. Juli) und Darmstadt (15. Juli) über die Ergebnisse der Messreihe informieren sowie Workshops für die Vertreter der Kommunen veranstalten. (anm)