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Studie: Open-Source-Software neigt zu weniger Fehlern

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Die Ergebnisse, zu denen zwei britische Wissenschaflter beim Auswerten eines von ihnen aufgestellten Simulationsmodells kommen, dürften Wasser auf die Mühlen der Befürworter von frei zugänglichen Quelltexten sein. Damien Challet und Yann Le Du haben am Fachbreich Theoretische Physik der Universität Oxford ein mathematisches Modell entwickelt, um das Verhalten von Software-Fehlern zu untersuchen.

Das Modell unterteilt Software-Projekte in Unterbereiche. Die Anwender benutzen zu einem gegebenen Zeitpunkt nur genau einen Programmteil und melden Fehler mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Ein Bug-Report gibt nur an, welcher Programmteil fehlerhaft ist, nicht jedoch das Fehlverhalten. Die Anzahl der an einem Projekt arbeitenden Programmierer ist bekannt und jeder kümmert sich um einen zufällig ausgewählten Fehler. Eine Art Wartungsarbeiter -- das kann auch ein Programmierer sein -- entscheidet, ob ein Patch das Programm verbessert oder nicht. Bei Open-Source-Software gingen die Briten davon aus, dass die Anwender jede neue Release der Software einsetzen.

Als Ergebnis ihrer Modellierung kommen die Wissenschaflter zu interessanten Schlüssen: Bei gleichen Parametern nähern sich Open-Source-Projekte schneller einem fehlerfreien Zustand an als Closed-Source-Projekte. Freie Software konvergiert sogar bei weniger guten Programmierern hin zu einem fehlerfreien Zustand. An Closed-Source-Projekten muss eine ausreichende Anzahl von Programmierern arbeiten; davon müssen genügend Entwickler fähige Programmierer sein und sie müssen eine genügende Anzahl von Anwendern haben, die Fehler melden. Nur dann kann Closed Source, was Qualität und Zeit für die Entwanzung angeht, mithalten. Bei vorgegebenen Parametern, so die Meinung der beiden Modelleure, ist die Fehlersuche in Open-Source-Software immer schneller als in Projekten ohne frei zugängliche Quelltexte. (adb)