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Studie: Open Source in Unternehmen ebnet den Weg für Innovation

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Eine von Bull bei Forrester in Auftrag gegebene Studie nach dem Einsatz von Open-Source-Software in größeren europäischen Unternehmen untersucht die Wirkung quelloffener Software auf die Unternehmens-IT. Während der Kostenfaktor nach wie vor der Hauptentscheidungsgrund für den Einsatz freier Software darstellt, spielen Herstellerunabhängigkeit, Flexibilität und Innovationspotential eine zunehmend größere Rolle.

Die Marktforscher führten Tiefeninterviews mit insgesamt 132 IT-Entscheidungsträgern aus größeren Firmen durch, die bereits Open-Source-Software einsetzen. Die Befragten waren in der Fertigungsindustrie (17 %), in der Branche der Unternehmensdienstleistungen (24 %), in der Telekommunikation (14 %), dem Finanzsektor (19 %) sowie in der öffentlichen Verwaltung (26 %) beschäftigt. Nicht in allen der genannten Sektoren ist die Adoptionsrate gleich hoch. Am Ausgeprägtesten ist der Einsatz von Open Source in der Fertigungsindustrie. In der oft im Rampenlicht stehenden öffentlichen Verwaltung geht es weniger schnell, wenn auch dieser Sektor die ambitioniertesten Pläne hat.

Wie bereits eine ähnliche Untersuchung von Gartner kommt das Forrester-Dokument zu der Feststellung, dass Open Source am Stärksten im Infrastrukturbereich ("Middleware") vertreten ist. Bei den Unternehmensanwendungen wie ERP, BI und CRM sowie bei den Büroapplikationen holt freie Software jedoch stark auf. Auch geschäftskritische Anwendungen, Dienste und Produkte werden häufig (44 %) mit freier Software entwickelt. In den allermeisten Fällen (92 %) erfüllt Open Source den Qualitätsanspruch der Befragten. 72% von ihnen sind sich darüber im Klaren, dass auch die meisten Anbieter kommerzieller, proprietärer Produkte Open-Source-Komponenten in ihrer Software verwenden.

Open Source macht Unternehmen innovativer und konkurrenzfähiger. Auch hat das Open-Source-Paradigma Einfluss auf den Unternehmensmikrokosmos, so die Forrester-Fachleute. Viele der befragten Firmen wenden selbst Open-Source-Prinzipien an, indem sie zum Beispiel an der Entwicklung offener Standards mitwirken, eigenen Code Partnern oder Kunden zur Verfügung stellen oder selbstentwickelte Software unter eine von der OSI anerkannten Open-Source-Lizenz stellen.

Als größte Bedenken gegen quelloffene Software führen die befragten Entscheider (mangelnde) Sicherheit und die (fehlende) Verfügbarkeit von Dienstleistungen respektive Support sowie von Fachwissen an. Diese drei Faktoren spielen jedoch eine weitaus geringere Rolle, wenn ein externer Dienstleister mit den nötigen Kenntnissen und mit Erfahrung im Open-Source-Bereich zur Verfügung steht. Die Studie beschließt mit praktischen Empfehlungen für die Einführung von Open Source im Unternehmen, darunter das Wählen der richtigen Komponente auf der richtigen Ebene der IT-Infrastruktur, das Durchrechnen der "Total Costs of Ownership" (TCO), eine funktionierende Support-Strategie sowie die Erstellung unternehmensweiter Open-Source-Richtlinien. (akl)