Studie: Rauchverbot in England verhindert 40.000 Todesfälle

Nach einem Jahr Rauchverbot in England wurden die Ergebnisse der weltweit ersten Studie über die Wirksamkeit eines Rauchverbots vorgestellt.

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Von
  • Florian Rötzer

Vor einem Jahr ist in England das Rauchverbot in Kraft getreten, das ähnlich umstritten war wie das in Deutschland. In Großbritannien war man freilich radikaler. Es ist schlicht an allen Arbeitsplätzen in geschlossenen Räumen inklusive Kneipen, Bars oder Gaststätten verboten, zu rauchen. Nach zuerst lauter Kritik unterstützen nun mehr als drei Viertel der Briten das Verbot, das auch weitgehend eingehalten zu werden scheint. Auch unter den Rauchern gibt es eine Mehrheit für das Rauchverbot.

Eine Studie, die von einem Team vom Health Behaviour Research Centre der University College London im Auftrag der Cancer Research UK durchgeführt wurde, gibt nun erstmals weltweit einen Einblick in die Wirksamkeit des Rauchverbots. Danach wurden seit einem Jahr zwei Milliarden Zigaretten weniger geraucht. 400.000 Menschen hätten mit dem Rauchen aufgehört. Das werde 40.000 Tote in den nächsten 10 Jahren verhindern. Die Zahlen wurden aus einer Befragung von 32.000 Erwachsenen vor und nach dem Rauchverbot abgeleitet.

Etwa 22 Prozent der Briten rauchen weiterhin. Nikotin wird für 30 Prozent der durch Krebs verursachten Todesfälle im Jahr 2005 in Großbritannien verantwortlich gemacht. Das sind jährlich 46.000 Tote.

Nicht nur die Zigarettenindustrie wurde vom Rauchverbot betroffen und musste im letzten Jahr einen Rückgang der Verkäufe um 6 Prozent hinnehmen, auch in den Pubs wurden in den ersten 9 Monaten nach Inkrafttreten 175 Millionen weniger Pints verkauft. Während in den letzten Jahren der Alkoholverkauf um kontinuierlich 3 Prozent zurückgegangen ist, brach er nach dem Rauchverbot um 8 Prozent ein. (fr)