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Studie: SMS behält Löwenanteil des mobilen Datenverkehrs

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Auch in den nächsten Jahren sollen SMS-Kurznachrichten den größten Anteil am Datenverkehr in den Mobilfunknetzen besitzen. Für die Jahre 2005 bis 2010 sagen die Analysten von Forrester Research ein jährliches Wachstum im Aufkommen von SMS von durchschnittlich 6 Prozent voraus. In 2005 werden laut Forrester in Westeuropa rund 135 Milliarden solcher Nachrichten verschickt, in fünf Jahren soll diese Zahl auf über 171 Milliarden ansteigen.

Beim SMS-Aufkommen gibt es nach Beobachtungen von Forrester in siebzehn Staaten erhebliche nationale Unterschiede. So sind derzeit in Irland, Dänemark, Norwegen und der Schweiz jeweils 84 Prozent aller Handybesitzer aktive SMS-Nutzer, wobei die Iren mit 106 SMS pro Kopf und Monat die Spitze einnehmen. Während Deutschland mit 75 Prozent aktiver Nachrichtenschreiber unter den Mobilfunkkunden und 56 SMS je Monat im Mittelfeld liegt, halten Österreicher und Franzosen mit jeweils 62 Prozent und rund 20 Nachrichten im Monat die rote Laterne. Die Einnahmen der Mobilnetzbetreiber aus dem SMS-Verkehr werden allgemein "erodieren", sagen die Marktforscher weiter. In "Extremfällen" wie Dänemark halten die Auguren im Jahr 2010 Preise von einem Cent pro SMS für möglich.

MMS-Botschaften hinken sowohl nach Aufkommen wie nach Umsatz ihren simplen Pendants laut den Marktforschern weit hinterher: Mit 1,34 Millionen Botschaften im Gesamtjahr 2005 setzen die Netzbetreiber gerade einmal 560.000 Euro um -- demgegenüber stehen 18,43 Millionen Euro Einnahmen aus 134,39 Millionen SMS. Für die Startschwierigkeiten von MMS identifiziert Forrester neben zu hohen Preisen Faktoren wie das bei vielen Handy-Typen komplizierte Verfahren, eine Multimedia-Nachricht zu verfassen und die recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Empfänger die Botschaft nicht öffnen kann. Für die nächsten Jahre sagen die Analysten auch MMS ein Wachstum voraus -- getragen durch modernere Endgeräte und die Mitteilungsfreude junger Menschen.

Die Umsatzprognose von Forrester für mobilen Datenaustausch in Westeuropa liegt bei 19,14 Milliarden Euro für 2005 und 20,98 Milliarden Euro für 2010. Im August 2004 kam eine vorgelegte Studie der Marktforscher von Strategy Analytics zum Ergebnis, dass der weltweite Mobilfunkdaten-Umsatz von 61 Milliarden US-Dollar 2004 (entsprechend derzeit rund 47,5 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2009 auf 189 Milliarden Dollar anwachsen wird. Demgegenüber wurde im April 2002 dem SMS-Boom ein Ende vorhergesagt: Ab 2004 sollte das SMS-Aufkommen stagnieren. Dies prophezeiten damals die Marktexperten von Forrester Research. (ssu)