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Studie: Smartphone-Sucht könnte Einfluss auf die Neurochemie des Gehirns haben

Eine zu große Abhängigkeit von Smartphones hat möglicherweise Auswirkungen auf die chemische Zusammensetzung im Gehirn. Das stellten Forscher in einer Pilotstudie fest.

Smartphone

(Bild: dpa, Tobias Hase)

Forscher der Korea University in Seoul haben möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Smartphone-Sucht und einer Beeinträchtigung der Neurochemie des Gehirns festgestellt, berichtet Psychology Today. Die Studie habe 19 Menschen im Alter von 16 Jahren umfasst, bei denen Forscher mit standardisierten Testfragen eine Internet- oder Smartphone-Sucht feststellen konnten. Als Vergleichsgruppe diente demnach eine ebenso große Gruppe ohne auffallende Ergebnisse.

Mittels einer Magnetresonanzspektroskopie (MRS) untersuchten die Forscher demnach die chemischen Gegebenheiten im Gehirn der Jugendlichen. Im Fokus standen dabei vor allem die γ-Aminobuttersäure (GABA) und Glutamat (Glx), deren Verhältnis laut Bild der Wissenschaft an der visuellen und motorischen Kontrolle und der Regulation verschiedener Gehirnfunktionen beteiligt sind. Dabei stellten die Forscher ein Übermaß von GABA in den Gehirnen der Abhängigen fest. Dieses Übermaß korrelierte mit der Neigung der Probanden zu Angstzuständen und Depressionen, die die Forscher bei den Smartphone-Süchtigen ebenfalls feststellten.

In einer Weiterführung der Studie nahmen zwölf der Smartphone-Süchtigen an einer kognitiven Verhaltenstherapie teil. Dadurch habe sich laut Aussagen der Forscher die Balance zwischen GABA und Glx weitgehend normalisiert.

Die Studie wird im Rahmen des jährlichen Treffens der Radiological Society of North America (RSNA) vorgestellt. Aufgrund der kleinen Datenmenge sind die Ergebnisse aber mit Vorsicht zu genießen und können nicht generalisiert werden. (bbo)

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