Studie: Videoüberwachung wird nur eingeschränkt befürwortet

In "klassischen Situationen" wird die Überwachung weitgehend akzeptiert, geht aus einer Umfrage von Datenschützern hervor. Anders sieht es beispielsweise im pädagogischen Bereich aus.

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Von
  • Andreas Wilkens

Die Auffassung, Videoüberwachung finde in der Bevölkerung eine breite Zustimmung, wird durch eine aktuelle Bevölkerungsumfrage relativiert. Das meint zumindest das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), dessen Mitarbeiter im September 300 Interviews durchgeführt haben. 62 Prozent der Befragten hätten zwar gesagt, dass Videoüberwachung für die Sicherheit förderlich sein kann, doch wünschten sich nur 28 Prozent eine stärkere Nutzung dieser Technik.

Dieser satirische Aufkleber des FoeBuD sorgt auf so manchem stillen Örtchen für ein ungutes Gefühl.

In "klassischen Situationen" wie an Bahnhöfen, in Banken, Tiefgaragen, und an Tankstellen werde der Einsatz weitgehend akzeptiert. Eine flächendeckende Überwachung werde dagegen von der großen Mehrheit abgelehnt. Dies gelte insbesondere für Lebensbereiche und Situationen, die als besonders privat oder persönlich wahrgenommen werden, wie zum Beispiel in Toiletten und Umkleidekabinen. Auch in Schulen und Kindergärten werde der Einsatz technischer Überwachung überwiegend abgelehnt. Kontrovers seien die Einschätzungen hinsichtlich der Überwachung von Fußgängerzonen und öffentlichen Plätzen.

Die Menschen würden zu wenig über die tatsächlich stattfindende Videoüberwachung informiert und wünschen sich eine verbesserte Information, hat die Studie weiter ergeben. Dies bestätige die Meinung des ULD, dass die Installation von Videokameras im öffentlichen Raum meldepflichtig und deren Standorte bekannt gegeben werden sollten, zum Beispiel über das Internet. (anw)