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Studie: Weniger Probleme mit Fachkräftemangel in Großstädten

Viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Besonders große Probleme haben Mittelständler auf dem Land. Manche locken mit finanziellen Zusatzleistungen.

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Die Kehrseite des Booms am Arbeitsmarkt: Vor allem auf dem Land haben mittelständische Firmen einer Umfrage zufolge Probleme damit, Fachkräfte zu finden. Wie aus Daten der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht, rechnen 70 Prozent der kleineren und mittleren Firmen mit Sitz in einem Landkreis mit Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Bei den Unternehmen in kreisfreien Großstädten sind es 54 Prozent. Insgesamt befürchten zwei Drittel der Mittelständler in den nächsten drei Jahren Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften.

Kleinere oder mittlere Firmen in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern scheinen erfolgreicher im Wettbewerb um knappe Fachkräfte zu sein. Sie zögen häufiger Arbeitnehmer aus anderen Regionen an, heißt es in der Studie. Ein Grund sei der Standortvorteil: "Städte sind für viele Arbeitnehmer attraktiver." Der Umfrage zufolge haben 44 Prozent der Mittelständler mit Sitz in einer großen kreisfreien Kommune Pendler in der Belegschaft. Das treffe nur auf 26 Prozent der Firmen auf dem Land zu.

Fachkräftemangel

Fachkräfte- und Nachwuchsmangel vor allem in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen gefährdet nach Ansicht von Experten und Firmen die deutsche Wirtschaft. Wie es um den Fachkräftemangel allerdings tatsächlich bestellt ist, dazu gibt es immer wieder unterschiedliche Ansichten, vor allem, wenn es um Arbeitsbedingungen, Ausbildung und Einwanderung geht.

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Allerdings bemühen sich 37 Prozent der Mittelständler in großen Städten auch aktiv um Fachkräfte aus anderen Regionen, auf dem Land sind es dagegen nur 20 Prozent. "Der Stadt-Land-Unterschied in den Rekrutierungsbemühungen ist umso größer, je weiter die gesuchten Fachkräfte entfernt sind", heißt es in der Studie. So suchten kleinere und mittlere Firmen aus kreisfreien Kommunen doppelt so häufig deutschlandweit und mehr als dreimal so häufig international nach Mitarbeitern wie die Mittelständler auf dem Land.

Der Untersuchung zufolge, die aus einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels aus dem Jahr 2018 von 9666 Firmen mit bis zu 500 Millionen Jahresumsatz hervorgeht, haben nur ein Viertel aller mittelständischen Firmen ihren Sitz in einer kreisfreien Großstadt. Vor allem Dienstleistungsunternehmen sind dort stärker vertreten. Auf dem Land gibt es hingegen mehr kleinere und mittlere Baufirmen oder Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

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Im Wettbewerb um Fachkräfte setzen Mittelständler unter anderem auf finanzielle Zusatzleistungen, zum Beispiel die Erstattung von Wohn- oder Fahrtkosten. Manche locken mit flexiblen Arbeitsbedingungen oder bieten Hilfestellung bei der Suche nach einer Wohnung, einem Kita-Platz oder einer Arbeitsstelle für Familienangehörige.

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(bme)