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Technology Review

Studie der britischen Regierung kritisiert Uber und Co.

Die sogenannte Gig Economy liberalisiert den Arbeitsmarkt – zum Nachteil der Mitarbeiter, glauben britische Forscher.

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Fachkräfte, Büro, Arbeitsplätze

Die Regierung Großbritanniens unter Theresa May hat eine Studie beauftragt, die prüfen soll, ob neue App-gestützte Arbeitsmodelle wie die von Uber und Co. Mitarbeiter ausnutzen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Wie die "Gig Economy" fairer werden könnte"). Das mittlerweile vorliegende Papier kommt zu dem Schluss, dass die ungeschützten Arbeitsverhältnisse besser reguliert werden müssen.

Die rund eine Million Menschen, die in Großbritannien von der Gig Economy abhängig sind, werden oft genug ausgenutzt. Sie übernehmen zumeist das volle Risiko für ihren Job und bekommen fast keine Unterstützung von den Firmen, denen sie dienen, so die Studienautoren.

Matthew Taylor, Leiter der Royal Society of Arts, war Hauptautor der Untersuchung. Er sagte dem Sender "BBC", das Land müsse neue Gesetze erlassen, um diejenigen zu schützen, die er "abhängige Selbständige" nennt – Menschen, die weder wirklich selbständig noch echte Angestellte sind. Das Hauptkriterium dabei müsse sein, ob eine Firma den Mitarbeiter "kontrolliert und überwacht".

"Wenn Sie kontrolliert und überwacht werden, dann sind sie wahrscheinlich ein Angestellter und Sie sollten auch die Rechte eines Angestellten bekommen", so Taylor. "Außerdem müsste die Organisation, die sie da anstellt, auch für in die nationale Sozialversicherung einzahlen." Premierministerin Theresa May gab Taylor weitgehend recht und meinte, die Wirtschaft des Landes müsse "offen und innovativ" sein angesichts eines sich veränderten Arbeitsmarktes.

Immerhin: Laut der britischen Studie sind 60 Prozent der Menschen, die sich als "Gig Worker" engagieren, glücklich mit der Flexibilität. Doch das ändere nichts an der Tatsache, so Studienautor Taylor, dass die Firmen ihre Mitarbeiter kontrollierten und überwachten – manchmal sogar ohne deren Wissen.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

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