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Technology Review

Studie nährt Zweifel an Unabhängigkeit von Uber-Fahrern

Vermittlungsdienste wie Uber haben nach eigenem Bekunden keine angestellten Mitarbeiter, sondern nur freie Partner. Eine Studie aus den USA weckt Zweifel an dieser Darstellung.

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Uber auf chinesisch

Nutzung des Uber-Dienstes in China.

(Bild: Julien GONG Min / Flickr / cc-by-2.0)

Neue Vermittlungsdienste wie Uber oder Lyft werfen eine interessante und heikle Frage auf: Sind ihre vielen angeblich unabhängigen Mitarbeiter wirklich frei, oder versuchen die Unternehmen mit dieser Darstellung nur, teure Festanstellungen zu umgehen? In einem aktuellen Fachaufsatz schreibt Alex Rosenblat vom New Yorker Forschungsinstitut Data & Society, die Aufsichtsbehörden sollten sich mit diesem Thema beschäftigen. Das berichtet Technology Review online in "Wenn der Chef ein Algorithmus ist".

Uber bezeichnet seine Fahrer als "unabhängige Dienstleister", die ihr eigener Boss seien. Rosenblat hat einige von ihnen ausführlich befragt, weniger formell vom Rücksitz von Uber-Autos aus mit vielen weiteren gesprochen und fast ein Jahr lang Diskussionen zwischen Fahrern in Online-Foren beobachtet. Die Realität für Uber-Dienstleister, so sagt sie, sieht anders aus: "Uber kontrolliert auf vielerlei Weise, wie sich Fahrer in dem Job verhalten."

Wenn ein Fahrer angemeldet ist, weist ihm die Uber-App Anfragen von Kunden in der Nähe zu. Als Feedback nutzt das System die Quote der angenommenen Fahrten und die durchschnittliche Bewertung von Passagieren nach der Fahrt. Schon das ist eine Art der Einflussnahme. Zusätzlich bekommen Fahrer manchmal Nachrichten, die sie dazu drängen, an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit zu arbeiten. Und laut Berichten erhalten sie auch Nachfragen, wann genau sie in den kommenden Tagen verfügbar sein werden.

(sma)

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