Studie zeigt: Viertel aller Tweets zum Klimawandel von Bots

Eine US-amerikanische Studie zeigt, ein Viertel aller Tweets, in denen meist der Klimawandel geleugnet wird, ist von Bots konstruiert.

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(Bild: Koshiro K/Shutterstock.com)

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Forscher der Brown Universität in den USA haben Tweets zum Klimawandel untersucht und fanden heraus, dass etwa ein Viertel aller Beiträge von Bots konstruiert wurde. In den allermeisten davon werde der Wandel geleugnet. Dadurch erwecke man den Eindruck, es gäbe eine Vielzahl an Menschen, die zweifelten, zitiert ein Medienbericht einen der verantwortlichen Wissenschaftler.

Bei der Suche nach den Unterthemen "Fake Wissenschaft" und dem Ölkonzern "Exxon" tauchten mit 38 und 28 Prozent sogar noch mehr Bot-Posts auf. Der Bundesstaat New York hat das Unternehmen vergangenes Jahr verklagt, da Anteilseignern absichtlich falsche Auskünfte gegeben worden sein sollen, die Auswirkungen des Klimawandels auf das Geschäft betrafen.

In die Studie, die dem britischen Guardian vorliegt, flossen 6,5 Millionen Tweets ein, die rund um den Tag der Ankündigung Donald Trumps, das Pariser Abkommen zu verlassen, veröffentlicht wurden. 25 Prozent waren nicht von echten Nutzern gepostet worden. Von wem die Aktivitäten ausgingen, ist unklar.

Für die Auswertung nutzen die Wissenschaftler ein Werkzeug namens Botometer, das an der Universität von Indiana entwickelt wurde. Sie fanden auch heraus, dass von den Tweets, in denen der Kampf gegen den Klimawandel unterstützt wurde, 5 Prozent von Bots stammen. Thomas Marlow, PhD-Student der Brown University erklärt, das Interesse an der Studie sei entstanden, um zu klären, warum es scheint, als gäbe es eine Vielzahl an Klimawandel-Leugnern, obwohl sich die Wissenschaft sehr einig ist, dass es ihn gibt.

Twitter hat immer wieder Probleme mit Bots. Eine Studie veranschlagte den Anteil der nicht-menschlichen Profile 2017 auf bis zu 15 Prozent. Auch damals ging es schon um die Einmischung und Manipulation in politische und gesellschaftliche Debatten. Russland soll mit Bots versucht haben, in den USA Unwahrheiten über Impfungen zu verbreiten. Dass ein Beitrag von einem Bot stammt, ist allerdings schwer nachweisbar. Das Tool der Universität prüft mehrere Faktoren, die Hinweise geben können: etwa die Anzahl der Tweets, andere Aktivitäten und Follower-Zahlen.

Twitter selbst arbeitet an einer Markierung für Falschinformationen. Damit könnten zwar keine Bot-Posts verhindert, die verbreiteten Inhalte aber richtiggestellt werden. (emw)