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SuMa-eV über das Suchmaschinen-Projekt Theseus: "Letzte Chance verspielt"

Am gestrigen Donnerstag hat die EU-Kommission die deutschen 120 Millionen Beihilfe für das Theseus-Projekt bewilligt. Eigentlich sollte das ja Wolfgang Sander-Beuermann, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins "zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs e.V." (SuMa-eV), freuen, denn Gelder für europäische Suchmaschinenforschung gehen konform mit dem Ziel des Vereins, die Suchmaschinen-Technologie weiterzuentwickeln und zu fördern. Doch in einer heutigen Stellungnahme zieht Sander-Beuermann gegen das auf Angela Merkels IT-Gipfel als Leuchtturmprojekt auserkorene Vorhaben vom Leder.

Theseus verspiele die letzte Chance, "die es in Deutschland gegeben hätte, um den massiven technologischen Rückstand zu verringern", meint Sander-Beuermann. Die deutsche IT-Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werde "weiterhin auf unabsehbare Zeit unmündig dem Spiel der Global-Player ausgeliefert bleiben".

Sander-Beuermann stört es, dass Deutschland offenbar nicht in Konkurrenz zu etablierten Anbietern treten und lieber Basistechnologien für das semantische Web entwickeln will: "Theseus pflegt die Illusion, dass mit dem semantischen Web der übernächsten Generation deutsche IT wieder chancengleich würde. Leider fehlen dazu die Basistechnologien: Man kann keinen Porsche bauen, wenn die Kenntnisse fehlen, wie eine Zündkerze funktioniert. SuMa-eV hat seit Langem vor diesem Weg gewarnt, konkrete Alternativen aufgezeigt und wird sich an diesen Fehlentwicklungen nicht beteiligen." (jo)

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