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Suche angepasst: Amazon soll eigene Produkte bevorzugen

Amazon wird vorgeworfen, eigene Produkte besonders hoch zu ranken. Dazu sollten Mitarbeiter Einstellungen hinter den Suchkriterien anpassen.

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(Bild: Eric Broder Van Dyke/Shutterstock.com)

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Die Suchalgorithmen von Amazon sollen einem Bericht des Wall Street Journals zufolge so eingestellt sein, dass sie hauseigene – und damit für das Unternehmen profitablere – Produkte besser bewerten. Dabei sei nicht festgelegt, dass diese Produkte per se höher eingestuft werden, weil es eigene sind. Die Suchkriterien seien aber den Produkten entsprechend eingestellt.

Das Wall Street Journal beruft sich in seinem Bericht auf ehemalige Mitarbeiter eines für die Suchmaschine zuständigen Teams. Sie sollen vom Management unter Druck gesetzt worden sein, dafür zu sorgen, dass eigene Marken weiter oben in den Ergebnislisten auftauchen als Fremdprodukte.

Amazon steht bereits seit längerem im Blickfeld von Wettbewerbsermittlungen, da das Unternehmen sowohl Marktplatz als auch selbst Hersteller ist. Wettbewerber dürfen auf der Plattform nicht benachteiligt werden. Mit den immer wieder vorgenommenen Änderungen in den Einstellungen der Suchkriterien will Amazon die Vorwürfe eigentlich entkräften. Und auch die neuen Anschuldigungen werden verneint.

Die Behauptungen sind falsch, heißt es von einer Amazon-Sprecherin: "Wir haben keine Änderungen der Kriterien für Suchergebnisse vorgenommen, die Profitabilität einschließen." Es gebe nicht die eine Messgröße, sondern eine Vielzahl von Werten, die in die Auswertung neuer Funktionen einfließen. Kunden bekämen das angezeigt, was sie sich wünschen, unabhängig von Eigenmarken oder Partnern.

US-Regulierer schauen sich Amazons Händler-Plattform Marketplace bereits an. Es geht um die Frage nach Benachteiligungen von Händlern. Auch in Europa gibt es Wettbewerbsermittlungen. Die EU-Kommission ermittelt, ob Amazon als Betreiber Daten aus der Plattform nutzt, um sich gegenüber anderen einen Vorteil zu verschaffen.

Die Plattform ist in ihrem 25. Jahr der mit Abstand erfolgreichste Online-Händler, entsprechend groß ist die Marktmacht. Laut dem Handelsinstitut IFH beeinflusst Amazon die Käufe auch auf anderen Plattformen, weil es eine so wichtige Produktsuchmaschine und Informationsquelle geworden ist. Der Vorsitzende der deutschen Monopolkommission hat deshalb über eine mögliche Entbündelung gesprochen.





(emw)