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Suchmaschine MetaGer wird nutzerfreundlicher

Die Meta-Suchmaschine MetaGer modernisiert ihr Aussehen und verbessert die Suchfunktion sowie das Ergebnis-Ranking. Nutzer können die Neuerungen in der Betaversion ausprobieren.

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Die Meta-Suchmaschine MetaGer aus Hannover präsentiert in einer Betaversion eine gründliche Überarbeitung ihres Suchangebots. Dafür wurde nicht nur das Design kräftig entschlackt, sondern auch das Ranking der Suchergebnisse verbessert. Außerdem haben die Betreiber die Suchfunktionen nutzerfreundlicher gestaltet.

Mit einem aufgeräumten Design präsentiert sich die Suchmaschine MetaGer.

Die augenfälligste Veränderung betrifft zunächst das Aussehen: Die Suche steht jetzt optisch stärker im Vordergrund und die Website lässt sich nun auch mit den meisten Smartphones angenehm nutzen. Einstellungsveränderungen können die Nutzer aber nach wie vor auf der Startseite vornehmen, wenn sie auf das Zahnrad-Symbol klicken. Dort können sie die für die Suche verwendeten Suchmaschinen auswählen. Außerdem lässt sich MetaGer in verschiedenen Farbvarianten anzeigen.

Metager versuchte auch dem zentralen Wunsch der Nutzer, bessere Suchergebnisse anzuzeigen, nachzukommen. So werden die verwendeten Suchmaschinen jetzt ihrer Qualität nach gerankt. Zu ihnen zählen unter anderem Bing, die Peer-to-Peer-Suchmaschine Yacy sowie einige wissenschaftsspezifische Suchen wie die von Base. Webseiten, die von vielen Suchmaschinen gefunden werden, gewichtet MetaGer höher. Außerdem berücksichtigt MetaGer selbst stärker, wo die Suchwörter auf der Ergebnisseite auftauchen. MetaGer-Chef Wolfgang Sander-Beuermann erklärt: "Wenn die Suchwörter im Titel auftauchen, werden sie höher gewichtet, als wenn sie irgendwo im Text vorkommen."

Ergänzt werden die Suchergebnisse mit den so genannten Quicktipps. Das sind derzeit einschlägig relevante Exzerpte aus der Wikipedia, die aber künftig mit weiteren Quellen ergänzt werden sollen. So pflegt der hinter MetaGer stehende Suma e.V. eine eigene Datenbank mit Hinweisen auf Webseiten, die für bestimmte Themen besonders relevant sind. Sie soll in den nächsten Monaten in die Quicktipps eingespielt werden.

Informationen von Wikipedia ergänzen die Suchergebnisse.

Der Suchkomfort hat sich ebenfalls verbessert: Wenn Nutzer die Eingabe im Suchfeld um weitere Begriffe erweitern, werden bereits während der Buchstabeneingabe der Begriffe die bereits erzielten Suchergebnisse noch einmal stärker eingegrenzt. Ist die Eingrenzung zu streng, kann man mit den eingegebenen Begriffen noch einmal mit der Eingabetaste eine neue Suche starten, die zu mehr Ergebnissen führt. Außerdem lassen sich die Ergebnisse nach Datum sortieren, wofür das technische Änderungsdatum der jeweiligen Webseite verwendet wird. Praktisch ist die Serversuche: Klickt man auf das kleine "i" neben der gefundenen URL, kann man die Suche gezielt nur auf dem entsprechenden Server fortsetzen.

Metager berücksichtigt außerdem mehr Suchdienste. Unter anderem hat es einen eigenen neuen Suchdienst eingerichtet, der auf Fachthemen spezialiserten Wikis jenseits der Wikipedia durchsucht. Auch hat Metager vier eigene neue Dienste eingerichtet, die definierte Bereiche von wissenschaftlichen Websites durchsuchen und indexieren.

Die Betaversion soll in den nächsten Monaten dann zur Hauptversion werden, wenn mehr als 50 Prozent der Nutzer sie verwenden. Im Moment sind es etwa 20 Prozent der Website-Besucher.

Wolfgang Sander-Beuermann glaubt, dass Metager die derzeit datenschutzfreundlichste und abhörsicherste Suchmaschine ist. Er betont, dass Daten, die der Computer des Nutzers an Metager bei der Suchabfrage übermittelt, unmittelbar nach der erfolgten Sucheingabe gelöscht werden. Anonymisierte Daten der IP-Adresse des Besuchers werden nach 24 Stunden gelöscht. Neu ist, dass auch der Browser-Fingerprint nicht mehr gespeichert wird. Bereits im Frühjahr hatte Metager neben dem Tor-hidden Zugang eine standardmäßige HTTPS-Verschlüsselung sowie eine anonyme Suche eingerichtet, die verhindert, dass die Betreiber der besuchten Websiten erfahren, woher der Nutzer kommt. Suma e.V. zeichnet überdies Projekte mit dem mit 2500 Euro dotierten Suma Award aus, die Schutz vor Überwachung im Netz bieten. Einsendeschluss für den diesjährigen Preis ist der 31. Oktober. (dbe)