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Suchtselbsthilfe: Digitale Medien bieten neue Chancen

Digitale Medien bieten neue Möglichkeiten für Suchtkranke. Chats und Foren können Menschen mit Vorbehalten erreichen, die Gruppenteilnahmen ausschließen.

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(Bild: John Hain/Pixabay )

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Digitale Medien bieten nach Einschätzung der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin neue Möglichkeiten für die Suchtselbsthilfe. Nicht alle Betroffenen fänden auf herkömmlichem Weg oder über Websites in Gruppenangebote, sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) anlässlich der Landestagung Suchtselbsthilfe Rheinland-Pfalz am Samstag in Mainz. Diese stand unter dem Motto "Chancen nutzen – Digitale Zukunft gestalten".

"Über Onlineangebote wie beispielsweise Chats oder Foren können auch Menschen erreicht werden, bei denen noch Vorbehalte gegenüber einem Gruppenbesuch bestehen oder die sich aus persönlichen Gründen keiner regelmäßigen Gruppe anschließen können", sagte die Ministerin weiter. Einer der Vorreiter seien die Anonymen Alkoholiker, die seit einigen Jahren Online-Meetings anböten und gute Erfahrungen damit machten. Der Verein Kreuzbund sei dabei, unter dem Titel "Selbsthilfe goes online" webbasierte Gesprächsangebote zu etablieren.

Auf der anderen Seite könnten digitale Medien ihrerseits zu einem "Nutzerverhalten" führen, das Parallelen zu Sucht und Abhängigkeit aufweise, warnte Bätzing-Lichtenthäler. Damit verbundene Probleme seien vergleichbar mit denen der an Stoffe gebundenen Abhängigkeiten. Die Ministerin verwies auf eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2015, wonach bei 5,8 Prozent der 12- bis 17-Jährigen von einer computerspiel- oder internetbezogenen Störung auszugehen sei. Bei den 18- bis 25-Jährigen seien es 2,8 Prozent. "Junge Menschen brauchen Selbstvertrauen im realen Leben und die Fähigkeit, mit Misserfolgen und Stress angemessen umzugehen." Auch die Vermittlung von Medienkompetenz sei bedeutend für die Suchtprävention.

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(bme)