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Südafrikas Regierung will per Gesetz Domain-Vergabe kontrollieren

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In Südafrika eskaliert der Streit zwischen Regierung und Datenschützern, die sich für den Fortbestand einer weitestgehend staatsunabhängigen Verwaltung von Südafrikas Internet-Adressen einsetzen. Mike Lawrie, der die Südafrika-Domains mit der Endung .za seit Jahren ehrenamtlich betreut, bestätigte gegenüber Presseagenturen, dass er den Zugriffscode zum Domain-Root-Server im Zuge "präventiver Maßnahmen" mittlerweile im Ausland deponiert habe. Dieser Schritt sei nötig gewesen, um zu verhindern, dass die südafrikanische Regierung die Kontrolle über das Internet im Lande an sich reiße, sagte Lawrie.

Stein des Anstoßes in Südafrika ist das zur Verabschiedung anstehende Gesetz Electronic Communications and Transactions (ECT), in dem einheitliche Bedingungen für Geschäfte und finanzielle Transaktionen im Internet definiert werden. In einem Artikel des Gesetzes wird auch festgelegt, dass Regierungsbehörden künftig ohne Zustimmung der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) über die Vergabe von Internet-Adressen im Land bestimmen dürfen sollen.

Während Regierungsvertreter Lawrie vorwerfen, er habe mit seiner Aktion die gesamte Internet-Struktur des Landes in Gefahr gebracht, unterstützen zahlreiche oppositionelle Politiker den ehrenamtlichen Domain-Verwalter: "In der jetzigen Situation ist Lawries Vorgehensweise vollkommen gerechtfertigt", bestätigte beispielsweise Dene Smuts von der Demokratischen Allianz. Er habe damit die Stabilität von Südafrikas Domain-Verwaltung gesichert, bis endgültig darüber entschieden sei, wer künftig über die Domains bestimmt. "Mike Lawrie ist in meinen Augen ein Held", konstatierte Smuts. (pmz)