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Südkorea will komplette Stadtverwaltung auf Open Source umstellen

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Südkorea nimmt sich ein Beispiel an München und will eine ganze Stadtverwaltung von Windows auf das freie Betriebssystem Linux und Open-Source-Software umstellen. Einem Bericht der Korea Times ist zu entnehmen, dass die südkoreanische Regierung eine Stadt sowie eine Universität als Musterbeispiel für einen umfassenden und reibungslosen Einsatz von quelloffener Software auswählen will.

Das Ministerium für Information und Kommunikation nimmt ab der kommenden Woche Bewerbungen von Stadt- und Universitätsverwaltungen entgegen. Die Bewerber verpflichten sich, bei der Wahl in das mit zunächst jährlich umgerechnet 3,5 Millionen Euro geförderte Programm die Software-Infrastruktur langfristig komplett auf Open Source umzustellen. Der Plan sieht vor, die Auswahl Ende März zu treffen und das Projekt schon kurz darauf anzuschieben.

Dabei haben die Koreaner München im Blick, wo die Stadtverwaltung ab Mitte 2006 die 2003 entschiedene Umstellung von rund 14.000 PCs auf Linux und OpenOffice beginnen will. Die Korea Times erwähnt den Fall ausdrücklich und merkt außerdem an, dass in Korea das Open-Source-Betriebssystem erst auf einem Prozent der Arbeitsplatzrechner und auf rund einem Fünftel aller Server läuft. Weltweit kämen demgegenüber Linux-Desktops auf einen Anteil von drei Prozent.

Bis 2010 habe sich die Korea IT Industry Promotion Agency daher zum Ziel gesetzt, die Quoten auf 5 respektive 40 Prozent zu treiben. Wie ein Sprecher der staatlichen Einrichtung gegenüber der Korean Times angab, könne man bei der aktuellen Dominanz von Closed Source kaum zu einem Software-Powerhouse aufsteigen und fördere daher den landesweiten Einsatz von Linux; der Staat spiele dabei eine Vorreiterrolle. So hat beispielsweise die südkoreanische Post ein Vierjahresprogramm zur Migration von über 4700 PCs in rund 2800 Filialen gestartet und auch für das neue Online-Informationssystem in Schulen kommt das freie Betriebssystem auf über 2300 Servern zum Einsatz. (mhe)

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