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Sun-Chef feiert erste Muster des Rock-Prozessors

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Sun-CEO Jonathan Schwartz nutzt sein Weblog geschickt für das "virale Marketing". Nun hat er ein Foto von einem frühen Muster des angekündigten 16-Kern-SPARC-Prozessors mit dem Codenamen Rock veröffentlicht, der Sun-Servern ab 2008 deutlich mehr Rechenleistung oder wesentlich höhere Energieeffizienz bringen soll.

Nach bisherigen Berichten soll Rock mittels Simultaneous Multi-Threading (SMT) zwei Threads pro Core ausführen, also insgesamt 32 Threads. Laut Schwartz können Server mit mehreren Rock-Prozessoren bis zu 256 TByte Hauptspeicher verwalten; dabei werden wohl – wie bei den noch in diesem Jahr erwarteten UltraSPARC-T2-(Niagara-2-)Systemen – Fully-Buffered DIMMs (FB-DIMMs) zum Einsatz kommen. Nach weiteren Spekulationen will Sun ab 2008 drei Klassen von Servern mit Rock-Prozessoren einführen, die unter dem Codenamen Boulder entwickelt werden; Boulder Bronze soll demnach 2 Rocks und 4 Speichercontroller für insgesamt 128 FB-DIMMs bieten, Boulder Silver das Doppelte davon, und Boulder Platinum das Vierfache, also 8 Rocks und 512 FB-DIMM-Slots.

Jeder Rock-Prozessor hat laut Schwartz 2395 externe Anschlüsse, von denen 1514 der Stromversorgung dienen und 812 für (Daten-)Signale vorgesehen sind. Nach Informationen des britischen Register kommunzieren Rocks mit den Speichercontrollern über spezielle System Links (Sun hat eine HyperTransport-Lizenz) und binden zusätzlich jeweils mehrere PCI-Express-Lanes direkt an.

Sun hat vor einigen Wochen eigens eine interne Mikroelektronik-Sparte neu gebildet, die eigene Chip-Entwicklungen vermarkten soll. Neben Rock und Niagara zählen dazu auch der Multithread-Netzwerk-Chip aus dem Projekt "Neptune", der die neue 10-GBit-Ethernet-Karte von Sun befeuert. Teile des Neptune-Know-hows hat Sun bereits an Marvell verkaufen können.

Im Laufe der nächsten Wochen wird auch die Vorstellung der von Sun gemeinsam mit Fujitsu entwickelten Advanced Product Line (APL) mit den nagelneuen, aber leider verspäteten SPARC64-VI-Doppelkernprozessoren erwartet – eigentlich hätten die APL-Server bereits Mitte 2006 kommen sollen. Zwischenzeitlich hat Sun aber den UltraSPARC IV+ mehrfach beschleunigt und offenbar im letzten Jahr recht gute Geschäfte mit UltraSPARC-Maschinen wie den sparsamen Fire T1000 und T2000 gemacht. Branchenkenner unken bereits, dass zahlreiche Sun-Kunden die APL-Server verschmähen und auf Rock-Systeme warten könnten. (ciw)