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Sun: Die Braut trägt Rot

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Oracle hatte sich ja bei der Ankündigung, man werde Sun übernehmen, bereits überzeugt gezeigt, der Unix-, Server- und Java-Spezialist werde bereits im ersten Jahr nach der Übernahme 1,5 Milliarden US-Dollar zum operativen Gewinn des Datenbankriesen beitragen. Da haben die neuen Besitzer von Sun aber noch einiges an Arbeit vor sich: Der Konzern kämpft vor der Übernahme durch Oracle weiter mit roten Zahlen und sinkenden Umsätzen.

Der Umsatz bei Sun brach im dritten Quartal des Geschäftsjahrs im Jahresvergleich um 20 Prozent von 3,266 auf 2,614 Milliarden US-Dollar ein. Der Nettoverlust betrug 201 Millionen US-Dollar (27 US-Cent pro Aktie), im gleichen Quartal des Vorjahrs lag der Nettoverlust bei 34 Millionen US-Dollar (4 US-Cent je Aktie) und im Vorquartal bei 209 Millionen US-Dollar 28 US-Cent je Aktie).

Unter anderem belastete der Konzernumbau das Ergebnis mit 46 Millionen US-Dollar, dazu sei die Nachfragekrise gekommen, die Sun deutlich bei seinen Geschäften gespürt habe. Besonders die Nachfrage aus dem Finanz- und Bankensektor, in dem Sun traditionell neben den Internet-Providern und Telecom-Carrier stark mit seinen Systemen vertreten ist, brach ein. Insgesamt ging die Anzahl der verkauften Server-Systeme um 26 Prozent zurück. Unter anderem sackte die Nachfrage nach Suns Highend-Systemen auf Basis der hauseigenen SPARC-CPUs um 28 Prozent ab. Bei den x86-Server verzeichnete Sun einen Rückgang um 22 Prozent. Allein die CMT-Systeme (Chip-Multithreading, Systeme mit UltraSPARC T1/T2) konnten einen leichten Zuwachs um 3 Prozent verzeichnen.

Mit Dienstleistungen verzeichnete Sun einen Umsatzrückang von 13 Prozent. Deferred Revenues stiegen immerhin um 5 Prozent, nachdem sie im Vorquartal noch um 4 Prozent zurückgegangen waren. Als Deferred Revenue (passiver Rechnungsabgrenzungsposten) bezeichnet man Umsätze vor allem mit Firmenkunden, die bei Service-Verträgen, die über mehrere Jahre gelten, oder beispielsweise bei länger laufenden Lizenz-Abschlüssen zwar schon gemacht wurden, aufgrund der langen Laufzeit der Verträge aber erst über die eigentliche Zeitspanne der Vereinbarungen hinweg realisiert und verbucht werden. Diese Umsätze sind ein wichtiges Anzeichen dafür, wie vor allem das Geschäft mit Firmenkunden läuft und wie sich die Konkurrenz hier schlägt. Einige Analysten gehen davon aus, dass die Unsicherheiten über die Zukunft von Suns Produktpalette nach der Übernahme durch Oracle zu starker Zurückhaltung besonders bei Firmenkunden geführt habe.

Siehe dazu auch:

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Sun Microsystems
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/-verlust
1/01 5.050 Mio. 510 Mio.
2/01 5.115 Mio. 552 Mio.
3/01 4.100 Mio. 263 Mio.
4/01 4.000 Mio. 134 Mio.
1/02 2.881 Mio. -180 Mio.
2/02 3.100 Mio. -99 Mio.
3/02 3.100 Mio. -26 Mio.
4/02 3.400 Mio. 20 Mio.
1/03 2.750 Mio. -111 Mio. ( -78 Mio. *)
2/03 2.915 Mio. -2.283 Mio. (10 Mio.*)
3/03 2.790 Mio. 4 Mio.
4/03 2.980 Mio. -1.040 Mio. (12 Mio.*)
1/04 2.536 Mio. -286 Mio.
2/04 2.888 Mio. -125 Mio.
3/04 2.651 Mio. -760 Mio. ( -260 Mio. *)
4/04 3.110 Mio. 783 Mio. [red -173 Mio. **[/red]])
1/05 2.628 Mio. -174 Mio.] (13 Mio.*)
2/05 2.843 Mio. 19 Mio.
3/05 2.625 Mio. -9 Mio. ( -61 Mio.*)
4/05 2.975 Mio. 121 Mio. (200 Mio.*)
1/06 2.726 Mio. -123 Mio. ( -68 Mio. *)
2/06 3.337 Mio. -223 Mio. ( -51 Mio. *)
3/06 3.177 Mio. -217 Mio. ( -29 Mio. *)
4/06 3.828 Mio. -301 Mio. ( -61 Mio. *)
1/07 3.189 Mio. -56 Mio. ( -42 Mio. *)
2/07 3.566 Mio. 126 Mio.
3/07 3.283 Mio. 67 Mio.
4/07 3.835 Mio. 329 Mio.
1/08 3.219 Mio. 89 Mio.
2/08 3.615 Mio. 260 Mio.
3/08 3.266 Mio. -34 Mio.
4/08 3.780 Mio. 88 Mio.
1/09 2.990 Mio. -1.677 Mio. (-65 Mio. ***)
2/09 2.614 Mio. -201 Mio.
3/09 3.220 Mio. -209 Mio.
Das Geschäftsjahr beginnt jeweils im Juli
* ohne Sonderfaktoren
** ohne Berücksichtigung der Zahlungen aus der Einigung mit Microsoft
*** Ohne Sonderkosten durch Restrukturierung und Abschreibung auf Firmenwert

(jk)