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Sun beendet Gespräche mit Eclipse

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Vor zwei Monaten sah es noch so aus, als würde ein Beitritt von Sun zum Eclipse-Konsortium kurz bevorstehen. Gestern hat Sun dieses Vorhaben vorerst aufgegeben. In einem Gespräch mit c't kommentierte Simon Phipps, Chief Technology Evangelist bei Sun und ehemals Java-Evangelist bei IBM, diese Entscheidung: "Sun hat mit IBMs Eclipse-Mitarbeitern über mehrere Monate verhandelt, aber am Ende konnten wir keinen Weg finden, der für beide Seiten akzeptabel war." Phipps deutete an, dass man sehr nahe an einer Einigung war, man sich jedoch in einer wichtigen Angelegenheit nicht einig wurde. Er gibt einen Beitritt von Sun zum Eclipse-Konsortium nicht verloren und hält weitere Gespräche für möglich, sobald Eclipse.org unabhängiger ist.

IBM hatte vor gut zwei Jahren den Eclipse-Quellcode in eine unabhängige Organisation eingebracht, die eine Open-Source-Entwicklungsumgebung gestalten soll und immer noch von IBM dominiert wird. IBMs kommerzielle Entwicklungsumgebungen WebSphere Studio und einige Rational-Anwendungen basieren auf dem Eclipse-Framework. Mit Lotus Workplace 2.0 plant IBM im Laufe des nächsten Jahres auch Applikationen für Endanwender auf dieser Plattform.

Weitere Informationen über Suns Entscheidung, sich vorerst nicht an Eclipse zu beteiligen, sind bislang öffentlich nicht bekannt geworden. Noch im November schien ein weiterer Stein für Suns Beteiligung aus dem Weg geräumt, als IBM den Sourcecode des "Visual Editor for Java"an das Eclipse-Projekt übergab. Durch die damit einhergehende Unterstützung der Standard-Oberflächenbibliothek Swing schien ein alter Streit zwischen IBM und dem Eclipse-Konsortium auf der einen und Sun auf der anderen Seite beendet zu sein, bei dem es um das zu verwendende GUI-Toolkit ging. Bisher hatte Eclipse dafür SWT (Standard Widget Toolkit) favorisiert. (Volker Weber) / (jk)

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