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Suns Enterprise-Server T5440 mischt die Szene auf

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Mit dem neuen Vierprozessor-Server SPARC Enterprise T5440 stellen Sun und Fujitsu unter Beweis, dass mit der SPARC-Architektur in der Serverwelt weiterhin zu rechnen ist. Bei vielen klassischen Serveraufgaben konnte sich der T5440 zum Teil sehr deutlich an die Spitze der Vierprozessorsysteme setzen, insbesondere dann, wenn man zusätzlich die Ergebnisse mit der Größe (4 RU) und dem Energieverbrauch des Servers gewichtet.

Unter den Spitzenbenchmarkergebnissen befindet sich vor allem auch der SAP-SD-Benchmark (2-Tier), für den Sun ausnahmsweise die – eigentlich antiquierte – ASCII-Version der Datenbank und des SAP Enterprise-Ressource-Planning (ERP) einsetzte, damit man die Daten besser mit dem Mitbewerb vergleichen kann. Denn der verzichtet bei der Angabe von SD-Benchmarks bislang anders als Sun auf das inzwischen zumeist wichtigere Unicode.

Mit 7520 SD-Benutzern (1,99 s Antwortzeit, 37.560 SAPS) kann sich der T5440 unter Solaris 10 mit Oracle 10g deutlich vor den x86-Servern mit Intels neuem Hexacore-Prozessor Dunnington platzieren, der im HP ProLiant DL65 unter Windows 2k3 und SQL-Server 2005 auf 5155 SD-Benutzer (1,97s Antwortzeit, 25.830 SAPS) kommt. Selbst 32 Intel-Quadcore-Kerne im IBM x3950 oder 32 Opteron-Kerne im HP ProLiant DL785 G5 mit acht Prozessoren bleiben weit zurück. Und IBMs Power6-Prozessor benötigt 8 Prozessoren (16 Kerne), um mit 8000 SD-Benutzern die Nase gerade so vorn zu behalten.

Auch bei anderen Klassikern der Serverbenchmarks wie SPECjbb2005, SPECjAppServer2004 und Siebel CRM 8.0/Oracle 10g (PDF-Datei) kann der T5440 Rekordwerte für Vierprozessorsysteme für sich verbuchen. Bei SPECint_rate_2006 liegt der T5440 mit einem Peak-Wert von 301 vorne, wenn auch nur knapp vor dem Intel-Hexacore Dunnington im IBM x3850 (294), der allerdings beim Base-Wert minimal schneller ist (274 gegen 270).

Dank ihrer acht Gleitkommaeinheiten pro Prozessor machen die T2-Plus-Prozessoren nun auch im High Performance Computing eine gute Figur. Mit 212 SPECfp_rate_base2006 wartet der T5440 als einziges Vierprozessorsystemen mit Werten jenseits von 200 auf, der bislang schnellste dieser Kategorie ist IBMs P570 mit 4,7 GHz Power6, der auf 189 SPECfp_rate_base2006 kommt, Intels Hexacore bliebt hier abgeschlagen mit 142 SPECfp_rate_base2006 weit zurück. Auch beim OpenMP-Benchmark SPEComp2001 erklimmt der T5440 die Spitze. Mit solchen Ergebnissen haben Sun und Fujitsu eine gute Chance, verloren gegangenes Terrain im HPC- und Supercomputer-Bereich wieder zurück zu erobern.

Mit etwa 1,5 kW Verbrauch (Vollast unter SPECjbb2005) liegt der T5440 deutlich unter den Konkurrenten IBM p570 (2,2 kW) und Power560 Express (1,9 kW). Der Itanium im HP rx6600 verbraucht mit 1,3 kW zwar etwas weniger, ist aber auch nur ein Viertel so schnell. In der Effizienz dürfte Intels Hexacore in der Caneland-Plattform mit rund 800 Watt Verbrauch und 506 kbops aber wohl noch etwas besser liegen, als der T5440 mit 1,5 KW bei 692 kbops.

Mit bis zu vier T2-Plus-Prozessoren (Codename Victoria Falls) bei bis zu 1,4 GHz Takt können die 32 Kerne 256 CMT-Threads (Chip Multithreading Technology) gleichzeitig verarbeiten. Alle Cores besitzen neben der Gleitkomma- zusätzlich auch noch eine Kyrpto-Einheit. Bis zu 512 GByte GB FB-DIMM kann man in die 64 Steckplätze des T5440 einstecken. Die Basisversion des Servers mit einem Prozessor ist ab 45.000 US-Dollar zu erhalten. Wie bei Sun üblich, kann man vor dem Kauf die Hardware 60 Tage lang kostenlos testen. (as)

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