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Supercomputer HLRN III nimmt Betrieb auf

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Frauensache: Die Wissenschaftsministerinnen von Niedersachsen und Brandenburg übergaben die beiden HLRN III Rechner offiziell dem Betrieb, die zuständige Senatorin aus Berlin schickte eine Videobotschaft.

Die hübschen Cray-XC30-Racks des HLRN III -- hier Gottfried aus Hannover

Konrad und Gottfried, so heißen die beiden neuen Cray-Supercomputer des Norddeutschen Verbundes für Hoch und Höchstleistungsrechnen (HLRN), die heute offiziell in Hannover und Berlin in Betrieb gegangen sind. Sie sind benannt nach den bedeutenden Pionieren der Rechnertechnik Gottfried Wilhelm Leibniz, der den größten Teil seines Lebens in Hannover verbracht hat, und dem Erfinder des ersten programmgesteuerten Rechners Konrad Zuse aus Berlin-Wilmersdorf. Die Investitionskosten von 30 Millionen Euro tragen je zur Hälfte der Bund und die beteiligten norddeutschen Länder.

Mit einem Scherenschnitt durchschnitt die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen Kljajic in Anwesenheit ihrer Kollegin Sabine Kunst aus Brandenburg, der Leiterin der Leibniz Universität IT - Services (LUIS) (ehemals RRZN), Prof. Dr. Gabriele von Voigt und vielen Gästen das rote Band vor den vier Cray-XC30-Racks in Hannover. Zuvor schon hatte die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung,Cornelia Yzer, eine Videobotschaft zur Einweihung übermittelt.

In 126 Großprojekten nutzen derzeit insgesamt 565 Wissenschaftler die Rechenleistung von Gottfried und Konrad. Bedeutende Klima- und Wetterforscher, Physiker und Chemiker zeigten auf der Einweihungsfeier in Vorträgen auf, warum man Höchstleistungsrechner braucht. Unter den Referenten war auch der bekannte Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif, der auf die scheinbare Pause in der Erderwärmung einging. Wenn auch die durchschnittliche globale Lufttemperatur in den letzten Jahren konstant blieb, die Weltmeere haben sich insbesondere in der Tiefe kontinuierlich weiter erwärmt. Und die Klimasimulationsmodelle schlucken Rechenleistung ohne Ende.

In der ersten Ausbaustufe des HLRN III verfügen die Systeme in Hannover und Berlin über jeweils 17.856 Prozessorkerne (12-Kern Xeon E5-2695v2) mit einer theoretischen Rechenleistung von 342,8 TFlops. Mit ihrer Linpack-Leistung von 295,7 TFlops belegten sie bereits im November die Plätze 120 und 121 in der Top500-Liste der Supercomputer. Jeder der beiden Rechner verfügt zudem über 47,6 TByte Arbeitsspeicher. Das Arbeitsverzeichnis unter Lustre ist 1,4 PByte groß. Hannover hat zusätzlich noch ein SMP-System aus 32 Sandy-Bridge-EP-4S-Knoten mit jeweils 32 Kernen und 256 GByte Speicher. Hier sollen in Kürze noch 10 Nvidia Tesla-K40-Karten eingesteckt werden.

Die Phase 2 ist für Ende des Jahres geplant, wenn Intel die neue Haswell-Prozessorgeneration herausgebracht hat. Dann sollen die Systeme mit 5 (Hannover) beziehungsweise 6 Cray-XC30-Racks (Berlin) aufgerüstet werden und so zusätzlich 863 beziehungsweise 1040 TFlops erhalten.. Möglicherweise wird für die Phase 2 auch ein Teil der Racks alternativ mit Intels nächster Xeon-Phi-Generation Knights Landing bestückt, das ist aber noch nicht entschieden. Gemeinsam sollen Konrad und Gottfried dann jedenfalls insgesamt mindestens 2,6 PFlops leisten. Allerdings ist die Glasfaserverbindung zwischen ihnen mit 10**GBit/s nicht mehr State-of-the-Art. Zwar soll sie bald auf 40 GBit/s aufgestockt werden, in Baden Württemberg etwa wird aber landesweit bereits ein 100-Gbit/s-Netz aufgebaut. Hier könnten die norddeutschen Politiker also durchaus noch etwas nachlegen.


(as)

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