CES

Superschlanke TVs, echtes 8K und Kühlschränke mit Durchblick

LG zeigt auf der CES jede Menge Fernseher, plaudernde Haushaltsgeräte und Türen, die beim Anklopfen durchsichtig werden.

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LG hat seine TV-Modellpalette kräftig erweitert. Das koreanische Unternehmen zeigt auf der CES sechs neue 8K-TVs mit OLED-Displays und LCD-Technik genannt Nano-LCD. Alle tragen das 8K Ultra HD-Label der Consumer Technology Association (CTA) – laut CTO I. P. Park "the one that matters".

Diese Aussage war eine Spitze gegen den koreanischen Mitbewerber Samsung: Dessen bisherige 8K-TVs sind nicht gemäß CTA-Label spezifiziert. Grund: Sie erreichen in einem Messkriterium, der sogenannten Kontrastmodulation, nicht den von der CTA geforderten Wert. Dies hatte LG im Vorfeld der CES weidlich genutzt, um PR in eigener Sache zu machen – und damit gegen Samsung zu sticheln. So heißt es in Pressemitteilungen "Real 8K" statt einfach nur 8K.

Inzwischen hat sich das Thema jedoch weitgehend erledigt, denn alle neuen 8K-TVs von Samsung erfüllen sowohl die CTA-Spec als auch das von Samsung bevorzugte Label der 8K Association.

Signature-TV mit OLED-Display: Der 2 Zentimeter dünne G10 trägt kaum auf.

(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Abgesehen von den kleinen Querelen unter den koreanischen TV-Herstellern hat LG die smarten Funktionen in seinen Fernsehern ausgebaut. So werden Bild und Ton automatisch anhand der jeweiligen Inhalte optimiert, wofür der Alpha9-Prozessor der dritten Generation sorgt. Alle neuen 8K- und 4K-TVs integrieren den sogenannten Filmmaker Modus. Er soll sicherstellen, dass die Filminhalte genauso angezeigt werden, wie es der Regisseur bei den Filmaufnahmen beabsichtigt hatte.

Die Topgeräte sind mit Calman-Software kalibrierbar, die Korrekturdaten werden automatisch im TV gespeichert. Die Nutzer in den USA können den Fernseher zudem bei laufender TV-Sendung fragen, welche Schauspieler gerade zu sehen sind und welche Kleidung sie tragen. Ob auch gleich ein Kauf-Link geliefert wird, blieb auf der Pressekonferenz offen.

Das neue Highend-Gerät aus der Signature-Serie ist ein sehr dünnes OLED-TV, das ähnlich wie das flexible Wallpaper-TV direkt an der Wand befestigt wird. Anders als dieser lässt sich der 65-zöllige G10 aber nicht biegen. Er trägt nur zwei Zentimeter dünn auf und ist weitgehend rahmenlos. Der Ton kommt aus einer Soundbar, die auch die Anschlüsse beherbergt.

LG arbeitet seit einiger Zeit mit Nvidia zusammen: Alle neuen OLED-TVs sind deshalb G-Sync compatible und als solche offiziell von Nvidia zertifiziert. Die 4K-Modelle lassen sich zudem mit 120 Hertz ansteuern. Gaming sei eines der meistbenutzten Suchwörter im Zusammenhang mit TV, erläuterte der bei LG für Consumer Electronic zuständige Tim Alessi. Dem will man mit den G-Sync-kompatiblen Geräten gerecht werden. Ob die OLED-TVs auch das vergleichbare FreeSync unterstützen, müssen wir noch erfragen.

Die Anschlüsse des dünnen OLED-TVs G10 hat LG in die Lautsprecher unter dem Display ausgelagert.

(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Der LG-CEO erläuterte auf der Pressekonferenz, wie sich die Künstliche Intelligenz weiterentwickelt hat: von der Trial&Error-Methode erster Saugroboter und den ersten Kommunikationsversuchen in smarten Sprachsystemen – was ja auf einer vergangenen CES mit dem niedlichen Hausroboter Cloi nicht ganz geklappt hat – geht es aktuell um eine Mustererkennung für die Personalisierung von Diensten.

Zusammenhänge zu erkennen und daraus Rückschlüsse für die Zukunft und das Zusammenspiel mit anderen smarten Systemen ziehen, wäre der nächste Entwicklungsschritt. Dieser Muttermodus befindet sich allerdings noch in der Entwicklung. Das große Ziel sind selbstlernende Systeme, die weit über bereits vorhandene Trainingsdaten hinausgehen.

Smarte Haushaltsgeräte (4 Bilder)

Die intelligente Waschmaschine mahnt, mit dem Waschmittel zu haushalten.
(Bild: heise online / Ulrike Kuhlmann)

Bei Haushaltsgeräten hat LG die intelligente Anbindung der Stufe 2 im Blick. So soll die Waschmaschine proaktiv warnen, wenn der Nutzer zu viel Waschmittel einfüllt oder beim Trockner den falschen Trockengang gewählt hat.

Nett anzusehen war ein Weinkühlschrank, der auf leichtes Anklopfen einen Blick in seine Kühlfächer gewährt – die Kühlschranktür ist ein LCD, dass bei Erschütterung transparent schaltet. Der Kühlschrank ist deshalb Mitglied der Signature-Familie. (uk)