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Supportende für Windows Server 2008/R2 und WSUS 3.0 am 14. Januar 2020

Nicht nur der Windows-7-Support endet am 14. Januar – auch Windows Server 2008 und R2 erhalten letztmalig Sicherheitsupdates. WSUS 3.0 SP2 läuft ebenfalls aus.

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(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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Am 14. Januar 2020 erhalten das am 27. Februar 2008 freigegebene Server-Betriebssystem Windows Server 2008 sowie sein am 22. Oktober 2009 erschienener Nachfolger Server 2008 R2 letztmalig Sicherheitsupdates. Anschließend fallen sie aus dem erweiterten Support heraus. Es existieren jedoch Upgrade-Pfade auf verschiedene Windows Server-Nachfolgeversionen.

Wer von Windows Server 2008/R2 auf eine Nachfolgeversion umsteigen möchte, findet in einem englischsprachigen Artikel von Microsoft Hinweise zu möglichen Migrationspfaden. Der Artikel wurde zwischenzeitlich im Hinblick auf die In-place-Upgrade-Beschreibung aktualisiert und sollte nun dem aktuellen Stand entsprechen. Allerdings dürfte der Zeitrahmen für einen geordneten Umstieg auf eine der Windows-Server-Nachfolgeversionen bereits zu knapp sein.

(Bild: techcommunity.microsoft.com)

Einige Unternehmen dürften allerdings auch über den 14. Januar 2020 hinaus noch auf Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 angewiesen sein. Etwa dann, wenn sie Exchange Server 2010 bis zu dessen Supportende verwenden wollen.

Ursprünglich hatte Microsoft für den 14. Januar 2020 auch das gleichzeitige Supportende für den Exchange Server 2010 vorgesehen. Um die Produktlebensdauer dem End of Life für Office 2010 und SharePoint Server 2010 anzugleichen, wurde der Support für den Exchange Server 2010 dann aber bis zum 13. Oktober 2020 verlängert.

Wer also noch Exchange 2010 verwendet und bis zum Supportende auf eine Nachfolgeversion von Exchange oder Exchange Online migrieren möchte, steht vor dem Problem, dass er Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 mindestens bis Oktober 2020 mit Patches versorgen muss.

Grundsätzlich bietet Microsoft zwei Möglichkeiten zur Supportverlängerung von Server 2008/R2 an.

Microsofts eigene Empfehlung ist es, eines der beiden Betriebssysteme auf Microsoft Azure zu migrieren und dort virtualisiert laufen zu lassen. Diese Lösung hat laut Microsoft vor allem auch den Vorteil, dass sie zeitnah umgesetzt werden kann. Systeme wie Windows Server 2008/R2 sowie Windows-7-Clients, die virtualisiert auf Microsoft Azure laufen, erhalten grundsätzlich bis zum Januar 2023 kostenfrei Sicherheitsupdates.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, das von Microsoft bereits 2018 angekündigte sogenannte Extended Security Update-Program (ESU) für Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 zu buchen. Über dieses kostenpflichtige ESU-Programm haben Firmenkunden ebenfalls die Möglichkeit, Sicherheitsupdates bis zum Januar 2023 zu beziehen.

Im Gegensatz zum ESU-Programm für Windows-7-Clients kann die ESU-Lizenz für die Server-Varianten nach dem jetzigen Kenntnisstand des Autors aber nicht über Cloud Solution Provider (CSP) Partner als Einzelprodukt bezogen werden. Kunden mit aktiven Software Assurance- oder Abonnementlizenzen können erweiterte Sicherheitsupdates zum Preis von etwa 75 Prozent der jährlichen lokalen Gesamtlizenzkosten erwerben. Näheres zu den Bedingungen findet sich in einer Microsoft-FAQ.

Auch Windows Server Update Services (WSUS) 3.0 SP2 fällt am Stichtag 14. Januar 2020 aus dem Support. Eigentlich wäre das Supportende bereits am 11. Juli 2017 gewesen. Das Enddatum für die erweiterte Unterstützung für Windows Server Update Services (WSUS) 3.0 SP2 wurde vom 11. Juli 2017 auf den 14. Januar 2020 verschoben und somit den Ablaufdaten für den Support von Windows Server 2008 R2, die Basis zur Ausführung von WSUS, angeglichen.

Die Bedeutung des WSUS 3.0 dürfte aber inzwischen abgenommen haben, da die vollständige Unterstützung von Windows-10-Clients auch mit dem SP2 nicht gegeben ist. Für die nachfolgenden Windows Server-Versionen (ab Windows Server 2012/ R2) steht von Microsoft WSUS 4.0 zur Verfügung. Eine Anleitung zur Migration von WSUS 3.0 zu WSUS 4.0 findet sich in diesem Microsoft-Beitrag.

Administratoren sollten bereits jetzt im Blick haben, dass der Support für den Internet Explorer 10 zum 31. Januar 2020 endet. Für Windows Server 2008 R2 ist der Internet Explorer 11 als Update verfügbar; lediglich Windows Server 2008 kann nicht auf den IE 11 aktualisiert werden.

Kaum Erwähnung auf Microsofts Websites zu Lebenszyklen verschiedener Produkte findet außerdem das gerade für Umsteiger relevante Supportende von Microsoft Office 365 Pro Plus für Server 2012/R2 (und für alle Windows 10 LTSC/LTSB-Versionen) zum 14. Januar 2020.

Update 13.01.20, 19:53 & 14.01, 7:39/10:05: Tippfehler korrigiert (Jahreszahlen). Kleinere inhaltliche Korrektur zu Exchange. Danke für die Hinweise.

(ovw)