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Surfen im freien Dialog

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Autofahrer sollen künftig Informationen aus dem Internet bequem in normaler Sprache abfragen können. Möglich macht das eine neue Technik, die aus Internet-Informationen automatisch Sprachanwendungen generiert und via Digital Multimedia Broadcasting (DMB) ins Auto überträgt.

Den Kern des SmartWeb-KFZ genannten Systems bildet die Dialogmaschine DianeXML von Siemens Corporate Technology (CT). Sie ist in der Lage, sowohl einzelne Informationen zu Sätzen zu verknüpfen und damit Daten aus dem Internet automatisch für die Sprachausgabe aufzubereiten, als auch gesprochene Sätze in semantische Einheiten zu zerlegen und damit entsprechend der Bedeutung einzelne Parameter aus der Spracheingabe zu generieren, die für das Retrieval weiter verarbeitet werden können. Auf diese Weise lassen sich natürliche Dialoge zwischen Mensch und Maschine abwickeln.

Die Dialogform ist allerdings eingeschränkt – beliebige Fragen wird der Bordcomputer im Auto nicht beantworten können. Vielmehr spielt sich die Interaktion in einer Mischung aus "Push" und "Pull" ab: Sobald das Fahrzeug den Empfangsbereich eines DMB-Senders erreicht, lädt das Bordgerät die auf dessen SmartWeb-Server gespeicherte Information herunter und aktualisiert sie hin und wieder. Der Sprachdialog findet dann zwischen Fahrer und Bordgerät anhand von Menüpunkten und Unterpunkten statt. Zur Erstellung des Informationsangebots werten Crawler dabei im wesentlichen Internet-Seiten aus, die Informationen in Tabellenform wie Bundesliga-Tabellen, Rundfunkprogramme oder Listen mit den preisgünstigsten Tankstellen im Sendebereich enthalten. Hat SmartWeb-KFZ eine relevante Tabelle gefunden, erzeugt es daraus automatisch eine Sprachdialoganwendung.

Entstanden ist das System als Teilprojekt im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projektes SmartWeb, in dem 15 Partner aus Industrie und Forschung unter Federführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an der Nutzung des Semantic Webs arbeiten. Den ersten Prototyp des SmartWeb-KFZ präsentieren Siemens CT und das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) auf der CeBIT (Halle 9, Stand A44: Mensch-Technik-Interaktion). (Richard Sietmann) / (pmz)

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