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Suse-Linux-Entwickler diskutieren über ReiserFS

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Jeff Mahoney, ReiserFS-Maintainer im Suse-Linux-Team, will ab der nächsten Version 10.2 ReiserFS nicht mehr als Default-Dateisystem in Suse Linux verwenden. Seine Argumente gegen ReiserFS, seit sechs Jahren Standard in Suse Linux und seit Linux 2.4.1 Bestandteil des Standard-Kernels: Performance-Probleme bei den immer häufiger eingesetzten erweiterten Attributen und Skalierungsprobleme bei Mehrprozessorsystemen aufgrund globaler Kernellocks bei vielen Operationen.

Vor allem jedoch sieht Mahoney keine Zukunft mehr für das derzeit eingesetzte ReiserFS3, da dessen Entwickler-Community massiv geschrumpft ist, seit sein Erfinder Hans Reiser alle seine Anstrengungen in das neue Reiser4 steckt. Der neuen ReiserFS-Version – eher eine Neu- als eine Weiterentwicklung – attestiert er jedoch mangelnde Reife. Außerdem fehle eine Möglichkeit, bestehende ReiserFS3-Partitionen ohne Datenverlust auf Reiser4 zu upgraden. Hans Reiser streitet sich seit über einem Jahr mit den Kernel-Entwicklern, die sich weigern, den Reiser4-Code in den Standardkernel aufzunehmen.

Jeff Mohaney schlägt den Umstieg auf ext3 als kurzfristige Lösung des ReiserFS-Problems vor; langfristig möchte er ein Cluster-Dateisystem wie OCFS2 als Standard sehen. In der Diskussion wurde auch XFS als mögliches Standard-Dateisystem aufgebracht. Wie auch immer die Debatte (die derzeit zu ext3 tendiert) ausgeht: Suse Linux 10.2 wird ReiserFS3 weiterhin als Option bei der Installation anbieten – ebenso wie die anderen bislang unterstützten Dateisysteme ext3, XFS und OCFS2. (odi)

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