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Suse Linux wird zum Community-Projekt

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Novell plant, das bislang kommerzielle Produkt Suse Linux Professional zukünftig als offenes Community-Projekt weiterzuführen, heißt es in US-Berichten. Mit diesem Schritt wolle man externe Entwickler einbinden und die Anwenderbasis verbreitern, wird beispielsweise Greg Mancusi-Ungaro, Marketing-Direktor für Linux und Open Source bei Novell, zitiert.

Novell folgt damit dem Konkurrenten Red Hat, der vor zwei Jahren die Consumer-Version seiner Linux-Distribution als Fedora in ein (von Red-Hat-Entwicklern dominiertes) Community-Projekt überführt hatte. Auch Sun bietet mit OpenSolaris eine Open-Source-Version seiner Unix-Variante an, um an Linux verlorene Unix-Entwickler zurückzugewinnen.

Ähnlich wie Red Hat pflegt auch Novell zwei Linux-Entwicklungsstränge: Fedora und Suse Linux Professional implementierten die neuesten technischen Entwicklungen, richten sich an Linux-Fans und erscheinen mehrmals pro Jahr in neuen Versionen. Dagegen sind die deutlich teureren Unternehmensversionen (Red Hat Enterprise Linux RHEL und Suse Linux Enterprise Server SLES) technisch konservativer und bleiben über Jahre hinweg stabil. Die Commmunity-Varianten dienen dabei als technische Basis, aus der in regelmäßigen Abständen die Enterprise-Versionen abzweigen. Anders als Red Hat will Novell sein Community-Linux aber nicht nur zum Download anbieten, sondern auch auf Datenträgern vertreiben.

Angeblich will Novell bereits in der nächsten Woche eine erste Beta-Version des kommenden Suse Linux (das "Professional" soll in der Community-Version entfallen) veröffentlichen, im Frühjahr 2006 soll es fertig sein -- die Domains opensuse.org, opensuse.net, opensuse.com und opensuse.de sind bereits reserviert, allerdings noch nicht mit Inhalten befüllt. Die dort entstehende Version dürfte zur Grundlage der kommenden Version 10 des Suse Linux Enterprise Server werden.

Novell hat die OpenSuse-Berichte allerdings bislang nicht offiziell kommentiert, jedoch darauf hingewiesen, dass eventuelle Änderungen bei der Suse-Linux-Entwicklung nichts mit dem geplanten Stellenabbau in Europa zu tun haben. Novell will seinen Vertrieb in Europa umstrukturieren; dabei sollen etwa 10 Prozent der Stellen bei Novell Europa abgebaut werden. Es geht um 120 bis 150 Arbeitsplätze. (odi)