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Switch-Konsole: Nintendo plant Produktionsverlagerung von China nach Vietnam

Nintendo will ein Teil der Produktion der Switch-Spielekonsole nach Vietnam verlagern, um Produktionsrisiken in China zu minimieren.

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Die Nintendo Switch soll künftig nicht nur in China gebaut werden.

(Bild: Nintendo)

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Der japanische Hersteller von Spielen und Spielkonsolen Nintendo will noch im Sommer einen Teil der Produktion von China nach Vietnam verlagern. Wie eine Nintendo-Sprecherin nach Angaben von Reuters sagte, wolle Nintendo mit diesem Schritt ihre Produktionsstätten diversifizieren, um nicht mehr in China allein zu produzieren. Dadurch würden Produktionsrisiken minimiert, heißt es. Der bestehende Handelskrieg zwischen den USA und China und die damit verbundenen branchenübergreifenden höheren Einfuhrzölle, von denen auch Nintendo betroffen ist, sollen dagegen keine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben.

Andere japanische Unternehmen wie Sharp und Ricoh wollen nach Informationen von Reuters ihre Geräteproduktion ebenfalls von China in andere Länder verlagern.

Bereits im letzten Monat hatte Apple Pläne angekündigt, ihre Lieferkette umstrukturieren zu wollen und dabei Teile der Produktion in einem Umfang von etwa 15 bis 30 Prozent aus China abzuziehen. Das Risiko zentralisiert nur in einem Hauptland zu produzieren, sei zu hoch, hieß es als Begründung. Zudem sollen dadurch die Produktionskosten reduziert werden, weil in China die Lohnkosten steigen würden. Nintendo scheint die Auffassung Apples nun ebenfalls zu vertreten. Bei Apple soll aber auch der laufende Handelsstreit zwischen den USA und China eine Rolle gespielt haben. Terri Gou, Gründer und Hauptaktionär von Apples Hauptproduzenten Foxconn soll Apple geraten haben, die Geräteproduktion nach Taiwan zu verlagern.

Die US-Regierung hatte im Rahmen des Handelsstreits mit China bereits die Importzölle auf bestimmte Warengruppen angehoben. Derzeit laufen Planungen, davon bisher ausgenommene Warengruppen mit Strafzöllen auf chinesische Güter in Höhe von 25 Prozent zu verhängen. Dell, HP, Intel und Microsoft hatten in einem gemeinsamen Schreiben an die US-Regierung darum gebeten, eine Ausnahme für Notebooks und Tablets zu machen. Sie befürchten, dass durch die Zölle die Verkaufspreise für die Verbraucher steigen müssten und die eigenen Gewinnspannen sinken.

Apple hatte in einem separaten Schreiben ebenfalls Ausnahmen für 20 ihrer Produkte gefordert. Die Strafzölle könnten den wirtschaftlichen Beitrag Apples in den USA senken. Durch die Zölle würden zudem die global agierenden Konkurrenten profitieren, die hauptsächlich für den chinesischen Markt oder nicht in China produzieren lassen. (olb)