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Synthesizer Behringer D: Hands-on mit dem Minimoog-Klon

Behringer hat auf der Superbooth in Berlin einen ersten Prototypen eines günstigen Nachbaus des legendären Minimoogs gezeigt. Wir haben an den Knöpfen des Synthesizers gedreht.

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Behringer D: Hands-on mit dem Minimoog-Klon

(Bild: heise)

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Behringer will nach dem Deepmind noch weitere Synthesizer bauen. Auf der Superbooth in Berlin zeigte der Hersteller erstmals einen Prototypen eines Klons des legendären Moog Minimoog D. Der kleine Nachbau steckt in einem zum Eurorack-Format kompatiblen Gehäuse. Regler und Schalter sind dadurch deutlich kleiner als beim Original, lassen sich aber dennoch problemlos bedienen.

Die Architektur wurde gegenüber dem Original erweitert. Wie der Minimoog hat auch der kleine D-Nachbau drei Oszillatoren, die sich zwischen fünf verschiedenen Wellenformen (Sägezahn, Rechteck, Pulse etc.) umschalten lassen. Zusätzlich kann man Rauschen (Weiß, Rosa) und ein externes Signal hinzumischen. Ein zuschaltbarer Overdrive zerrt das Signal leicht an.

Auf der Superbooth kann man auch den Nachbau des Originals von Moog ausprobieren. Ein zeitlos schönes Instrument, wenn es auch in seinem Funktionsumfang beschränkt ist.

(Bild: heise)

Erweitert wurde das analoge Filter: Während es beim Original nur als Tiefpass arbeitet, kann man es beim D auch in den Hochpassmodus umschalten. Beim ersten Probehören auf dem recht lärmigen Stand klang das Filter dem Original schon recht ähnlich, allerdings schien das Tiefpassfilter eher einen Bandpass-Charakter zu haben. Dreht man die Grenzfrequenz hoch, bricht der tiefe Frequenzbereich etwas weg. Das lässt sich bis zur Serienfertigung aber bestimmt noch justieren. Davon abgesehen klang das Modul auf den ersten Eindruck durchaus authentisch.

Zwei Envelopes für den Lautstärke- und Filterverlauf kommen wie beim Original ohne Release-Parameter aus. Diesen kann man jedoch umschalten, sodass der Decay-Parameter wie ein Release agiert.

Der Signalfluss ist wie beim Minimoog komplett analog. Um das Gerät stimmstabil zu halten, kann man einen 440 Hz Referenzton einschalten, und den D nach Gehör stimmen. Behringer hat dem Gerät diverse Patch-Punkte spendiert, über die man verschiedene Parameter per Steuerspannung regulieren kann. Zudem lässt sich das Modell per MIDI steuern (DIN und USB). Der Hersteller erlaubt per MIDI sogar die Aneinanderreihung von bis zu 16 Modulen per Daisy Chain. Die ließe sich etwa zum Aufbau eines polyfonen Synthesizeres nutzen. Mangels Speicherplätze für Patches hat man dann jedoch für jeden neuen Sound eine Menge zu drehen.

Behringer will den D-Synthesizer voraussichtlich noch in diesem Jahr zu einem Nettopreis von 400 US-Dollar auf den Markt bringen. Hierzulande darf man also mit einem Preis von knapp 500 Euro rechnen, was dem Gerät angemessen erscheint. Damit kostet er nur ein Achtel des neu aufgelegten Originals von Moog. Freilich ist Behringers Variante nicht so aufwendig verarbeitet und bringt auch keine Tastatur mit. Den Sound imitiert es dem ersten Anschein nach jedoch recht ordentlich. Es könnte ein Verkaufsschlager werden.

(hag)

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