Systemd-Journald soll standardmäßig das Logging in Debian übernehmen

Debian stellt das Logging-System mit Version 11 standardmäßig von Rsyslog auf Journald aus dem Systemd-Paket um. In der Community löst das Diskussionen aus.

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(Bild: Shutterstock / amornchaijj )

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Der im Debian-Projekt für Systemd zuständige Maintainer Michael Biebl hat zusammen mit der Aktualisierung von Systemd auf die Version 244.1-2 auch das persistente Journal aktiviert. Gleichzeitig regte er an, das bislang für das Logging verwendete Rsyslog in den Ruhestand zu schicken. Das wiederum löste eine Diskussion auf der Debian-Mailingliste aus.

Während einige Linux-Distributionen schon seit Jahren das Init-System des System and Service Managers Systemd nutzen, gab es in der Debian-Community vor der Einführung längere Diskussionen. Diese gipfelten sogar in einer Abspaltung und der Gründung des Devuan-Projekts. Mittlerweile kommt Systemd in Debian GNU/Linux zum Einsatz.

Obwohl die zugehörige Komponente Journald vollständig die Protokollierung von Systemereignissen übernehmen kann, nutzte Debian weiterhin Rsyslog für diese Aufgabe. Nach den Vorstellungen von Michael Biebl soll damit in der nächsten Debian-Version 11 alias "Bullseye" zumindest standardmäßig Schluss sein.

Nach dem Einspielen des aktualisierten Systemd-Pakets schreibt Journald auch unter Debian das Systemlog auf die Festplatte. Laut Michael Biebl ist dies ein schon länger nachgefragtes Feature gewesen. Das Systemd-Paket erstellt dazu bei seiner Installation automatisch das Verzeichnis "/var/log/journal" und konfiguriert Journald passend. Dies geschieht sowohl bei einer neuen Installation von Debian als auch bei einem Upgrade des Pakets. Anwender können folglich den Vorgang nicht unterbinden.

Wer das persistente Journal wieder deaktivieren möchte, muss dazu explizit den folgenden Befehl aufrufen:

journalctl --relinquish-var; rm -rf /var/log/journal

Laut Michael Biebl beachten zukünftige Systemd-Aktualisierungen diese Einstellung und legen dann insbesondere das Verzeichnis nicht erneut an. Alternativ lässt sich das Verhalten innerhalb der Konfigurationsdatei "journald.conf" über die Einstellung "Storage=" steuern. Auch eine bereits bestehende Journald-Konfiguration bleibt unangetastet bestehen.

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Zusammen mit der Änderung bat Michael Biebl darum, das Rsyslog-Paket als optional zu kennzeichnen. In der Folge würde es Debian Bullseye standardmäßig nicht mehr installieren. Damit will Biebl vor allem verhindern, dass das Systemlog doppelt auf der Festplatte landet.

Biebls Ankündigung löste auf der Mailingliste eine teilweise hitzige Diskussion um Journald aus. In der Kritik steht dabei vor allem die in einigen Bereichen umständliche Bedienung, zudem könnte die Umstellung bei einem Update bestehende Konfigurationen durcheinanderbringen und Administratoren überraschen. Laut Biebl würden jedoch bestehende Logger wie Rsyslog einfach wie zuvor weiterarbeiten – seine Änderungen hätten folglich keine Auswirkungen auf den Betrieb.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das Binärformat, in dem Journald die Log-Daten ablegt. Insbesondere bei einem Defekt oder Fehlern in Journald könnte es nicht mehr lesbar sein. Wer reine Textdateien erhalten möchte, könne jedoch weiterhin Rsyslog oder einen Log-Dienst seiner Wahl installieren, betonte Michael Biebl auf der Mailingliste.

(ovw)