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T-Mobil verschiebt internationale Expansion

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Eine weitere internationale Expansion von T-Mobile International ist nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke vorerst kein Thema mehr. "Im Augenblick haben wir mit den Aufgaben, die wir vor der Brust haben, genug zu tun", sagte Ricke am Mittwoch auf der CeBIT in Hannover. Derzeit ist die Deutsche Telekom über Tochterunternehmen und Beteiligungen im Mobilfunksektor in Großbritannien, Österreich, Tschechien, Polen, den Niederlanden und Russland aktiv. Frankreich und Italien bleiben vorerst weiße Flecken auf der GSM-Landkarte der Deutschen Telekom.

Außerdem erteilte der Chef der Telekom-Mobilfunksparte einem Börsengang von T-Mobile bei der aktuellen Situation am Kapitalmarkt eine Absage: "Wir werden uns nicht unter Wert verkaufen." Vor einem möglichen Gang an den Kapitalmarkt wolle T-Mobil die Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream unter Dach und Fach bringen. Das werde im Juni diesen Jahres der Fall sein, sagte Ricke. Danach wird die Deutsche Telekom das Börsenumfeld genauestens prüfen und über das weitere Vorgehen bei der Platzierung der Mobilfunktochter beraten.

Beim Aufbau des UMTS-Netzes prüfe T-Mobile nach wie vor alle Alternativen einer möglichen Kosteneinsparung. Dazu könnten auch Kooperationen mit anderen Lizenzinhabern gehören, sagte Ricke. Dabei seien allerdings die nationalen Regeln zu beachten, daran ändere auch der mahnende Zeigefinger aus Brüssel nichts. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Tagen die deutsche Regulierungsbehörde dazu aufgerufen, einen Wettbewerb bei den deutschen UMTS-Netzbetreibern zu ermöglichen.

Doch selbst wenn Kooperationen beim Netzaufbau möglich wären, müsse T-Mobil die Chancen und Risiken einer solchen Vereinbarung genauestens abwägen: "Für uns stellt sich dann die Frage, wollen wir überhaupt mit einem anderen Anbieter zusammenarbeiten?" Auf diese Weise könne ein vergleichsweise schwächerer Partner gestärkt werden, fürchtet man bei T-Mobil. Ricke glaubt nicht daran, dass in Deutschland auf Dauer Platz genug für sechs UMTS-Anbieter ist. "Ich rechne damit, dass alle sechs Lizenzinhaber an den Start gehen", sagte er, bezweifelte allerdings im gleichem Atemzug, dass alle Unternehmen längerfristig im Markt bestehen können. (dz)