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T-Mobile Austria vor Stellenabbau

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Verschlechterten Ergebnissen im ersten Quartal dürfte bei T-Mobile Austria ein Personalabbau folgen. Gerüchten zu Folge wird die Belegschaft (1.860 zum Jahreswechsel) in den nächsten Wochen über rund 400 Kündigungen informiert werden. Dies wurde vom Unternehmen auf Anfrage bislang noch ebenso abgestritten wie die geplante Schließung des Wiener Callcenters. Dabei gilt es als offenes Geheimnis, dass dessen Aufgaben vom zweiten Callcenter in Graz übernommen werden; die gut 250 Wiener Agenten wurden bereits über den bevorstehenden Jobverlust informiert. Deren Räumlichkeiten im T-Center sollen gewinnbringend untervermietet werden, zudem weist das Hotline-Zentrum in Graz niedrigere Lohnkosten auf.

"Bei stabiler Teilnehmerzahl und leicht steigender Kündigungsrate ging der durchschnittliche Umsatz je Kunde pro Monat bei der T-Mobile Austria um 2 Euro gegenüber dem Vorquartal zurück und erreichte 29 Euro", informiert der Quartalsbericht der Deutschen Telekom. Der Umsatz im ersten Quartal ist von 273 Millionen Euro (238 ohne Niedermeyer) auf 236 Millionen Euro gesunken. Das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) schrumpfte gar von 95 auf 55 Millionen. Die EBITDA-Marge hat sich von 40 auf 23,3 Prozent reduziert und liegt nun unter jener des kleinsten GSM-Netzbetreibers tele.ring (24,6 Prozent bei 726.800 Mobilfunk- und 149.500 Festnetzkunden zum Quartalsende). Vor diesem Hintergrund spricht T-Mobile zwar von Umstrukturierung, doch werden Kündigungspläne bislang in Abrede gestellt. Die Mitarbeiterreduktion beschränke sich auf etwa 200 ausbleibende Nachbesetzungen von im Laufe des Jahres freiwerdenden Stellen.

T-Mobile musste sich zuletzt auf den österreichischen Preiskampf einlassen um den Kundenschwund zu bremsen. Dies macht Einsparungen und einen Umbau der auf größere Nutzerzahlen ausgerichteten Struktur unerlässlich. Änderungen wird es auch im Management geben. Geschäftsleiter Johannes Schmidt-Schultes soll zu T-Mobile UK wechseln, Marketing-Chef Werner Kraus nach sieben Jahren den Konzern verlassen.

Vergangenen Mittwoch hat One den Abbau von 225 Vollzeitstellen angekündigt, weitere 40 bis 50 Stellen sind dort seit Jahresanfang nicht nachbesetzt worden. Am Freitag hat der Marketing-Chef von Mobilkom Austria Kostenbremsungen bezeugt und Stellenkürzungen nicht ausgeschlossen, was am Montag eine ungehaltene Reaktion des Zentralbetriebsratsvorsitzenden auslöste. Die Mitarbeiter von 3 sind ebenfalls stark verunsichert, da sich die Kundenbasis deutlich unter den Plänen entwickelt hat. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)

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