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T-Mobile startet Hotline zum Jugendschutz

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Wenige Tage nach dem Handy-Verbot an bayerischen Schulen präsentiert sich der Bonner Mobilnetzbetreiber T-Mobile mit einem Bekenntnis zum Jugendschutz der Öffentlichkeit. Auf den Handys von Schülern in Bayern waren in der letzten Zeit gewaltverherrlichende und pornografische Videos gefunden worden. Der Netzbetreiber zeigt sich besorgt darüber, dass Kids solche Inhalte geradezu "spielerisch" weiterverbreiten können. Die T-Mobile-Hotline zum Thema jugendgefährdende Videos und Bilder auf dem Handy ist ab sofort täglich zwischen 8 und 20 Uhr unter der Rufnummer 08 00/3 38 87 76 erreichbar. Die Anrufe sind kostenlos. Besorgte Eltern und Pädagoden sollen sich in Kürze auch auf einer Website informieren können.

Eltern sollen bei der Hotline Auskunft darüber erhalten, wo auf den Handys ihrer Kinder Gewaltdarstellungen gespeichert sein können und wie sich deren Empfang deaktivieren lässt. Inwieweit die Empfehlung, Kinder nur mit Mobiltelefonen auszustatten, die weder die Wiedergabe von Videos unterstützen noch über Schnittstellen wie Bluetooth verfügen, durchsetzbar ist, erscheint mit Blick auf die Bedeutung moderner Handy-Modelle als Statussymbol zumindest fraglich.

Subtiler erscheinen Sperrmöglichkeiten, die bestimmte Mobilfunkverträge bieten, zum Beispiel die CombiCard Teens von T-Mobile. Bei diesem Angebot sind bestimmte Services von vornherein nicht verfügbar oder die Eltern können sie einfach deaktivieren lassen. Das gilt beispielsweise für Dienste wie MMS und Download-Angebote von Drittanbietern sowie entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte. Eine Weitergabe "selbstgemachter" Gewaltvideos per Datenträger oder -schnittstelle lässt sich aber hiermit nicht verhindern.

Als wichtigste Präventionsmaßnahme erscheint T-Mobile weiterhin das "vertrauensvolle Gespräch zwischen Eltern und Kindern über Medien, Medieninhalte und ihre Wirkung". Eltern sollten wissen, wozu ihre Kinder die Handys nutzen und sie über schädliche Inhalte aufklären." T-Mobile rät Eltern, deren Kindern solche Inhalte angeboten werden, Kontakt mit der Schule und der Polizei aufzunehmen. Die deutschen Mobilnetzbetreiber sowie einige Serviceprovider hatten sich im vergangenen September auf einen Verhaltenskodex zum Jugenschutz verständigt. (ssu)