Menü

T-Online: Sasser-Schaden, aber keine Klage

vorlesen Drucken Kommentare lesen 275 Beiträge

T-Online will keine Schadensersatzklage gegen den mutmaßlichen Sasser-Autor erheben. Zu diesem Ergebnis kam eine Analyse der internen Rechtsabteilung. Zu den Gründen für diese Entscheidung wollte sich Pressesprecher Michael Schlechtriem nicht weiter auslassen, "da es sich bei juristischen Prüfungen um interne Angelegenheiten handelt".

Überhaupt zeigt sich T-Online nicht sonderlich gewillt, die durch Sasser entstandenen Schäden öffentlich zu diskutieren. Noch letzte Woche hieß es, man selbst sei lediglich indirekt betroffen, von Wurm-Befällen eigener Systeme wollte die Pressestelle da noch nichts wissen. Erst nachdem heise Security auf der Redaktion vorliegende Auszüge aus dem Troubleticket-System Mars verwies, gestand Schlechtriem ein, es habe "bei T-Online im Rahmen des Installationsrollouts des Securitypatches von Microsoft intern einzelne Arbeitsplatzsysteme" gegeben, "die kurzzeitig nicht zur Verfügung standen."

Die Trouble-Tickets hingegen bestätigen die Hinweise, wonach es bei T-Online zu teilweise massiven Problemen durch Sasser kam. Ein Eintrag zum "Virenbefall durch den Internetwurm Sasser" dokumentiert das Ausmaß: Betroffener Service "intranet plattform (intern)", Wirkbreite "national", Servicebeschränkung "sehr hoch", Störungsbeginn "3.5.2004", Störungsende "12.5.2004". Einzelne Tickets sprechen eine beredte Sprache. Ein Mitarbeiter aus Oldenburg beklagt, "dass am gesamten Standort offenbar sämtliche Rechner befallen sind und sich selbsttätig herunterfahren". Noch am nächsten Tag stellt ein Mitarbeiter in Darmstadt fest, dass es nicht möglich sei, den Patch einzuspielen, da die Intervalle zwischen den Neustarts eindeutig zu kurz seien; ein Service-Mitarbeiter in Darmstadt warnt: "Es ist möglich, dass es Netzwerkprobleme aufgrund der derzeitigen Wurmproblematik (Sasser) gibt." (ju)