T-Online will dieses Jahr schwarze Zahlen schreiben

Erstaunlich harmonisch ging es heute auf der Hauptversammlung von T-Online zu. Aktienärsschützer lobten sogar das Management für die positive Unternehmensentwicklung.

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Einen Tag nach der Hauptversammlung der Deutschen Telekom musste sich heute der Vorstand der Internet-Tochter T-Online den Fragen seiner Aktionäre stellen. Doch anders als der Chef des Mutterkonzerns konnte T-Online-CEO Thomas Holtrop heute einiges an Lob ernten. Der Weg sei nicht mehr weit -- so seine heutige Botschaft. Noch in diesem Jahr könne T-Online International operative Gewinne einfahren. In Deutschland erwirtschaftete der Online-Dienst bereits ein positives EBITDA-Ergebnis.

Zuspruch kam auf der Hauptversammlung von ungewohnter Seite: Die Aktionärsschützer lobten das Management für die positive Unternehmensentwicklung. Die Vertreterin der Schutzvereinigung der Kleinaktionäre, Jella Benner-Heinacher, sagte vor den knapp 2000 Aktionären, es habe "Aufhellungen am Himmel über T-Online" gegeben. Die Unternehmensführung habe die Verluste "in den Griff bekommen". Die Aktien seien "eine der übrig gebliebenen Perlen im Neuen Markt" und entwickelten sich zum "Musterknaben" in der Familie der Aktien des Konzerns Deutsche Telekom. Die Deutsche Telekom hält rund 82 Prozent an T-Online.

Auch Lars Labryga, Vertreter der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), schätzte die Unternehmensentwicklung positiv ein. Unter anderem bei der angekündigten Entwicklung kostenpflichtiger Internet-Inhalte sei T-Online "deutlich weiter" als im Vorjahr. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei "spannend", sagte Labryga. Entgegen dem Abstimmungsverhalten im Vorjahr und bei der gestrigen Telekom-Hauptversammlung kündigte die DSW an, Vorstand und Aufsichtsrat entlasten zu wollen.

Wie die Unternehmensführung beklagten die Aktionäre jedoch die Kursentwicklung der im Jahr 2000 für 27 Euro an die Börse gebrachten Aktien. Mit rund elf Euro liegt der Aktienkurs in etwa auf dem Stand, den die Aktie bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatte. Seit dem Kurseinbruch im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA haben sich die T-Online-Aktien jedoch deutlich besser als der Durchschnitt der am Neuen Markt notierten Werte entwickelt. Wichtig beim Betriebsergebnis sei vor allem auch die Steigerung der Erträge aus dem Nicht-Zugangs-Geschäft, also aus Werbung und E-Commerce, betonte der Vorstand. Sie seien im vergangenen Jahr um 47 Prozent auf einen Anteil von etwa 17 Prozent am Gesamtumsatz gestiegen. Im ersten Quartal 2002 war bereits ein Anteil von 19 Prozent erreicht. Bis 2004 sollen Einnahmen aus Werbung und dem Handel per Internet 30 Prozent des Umsatzes bringen.

T-Online-Vorstandchef Thomas Holtrop resümierte, "das Jahr 2001 war gerade für die Internet-Werte eines der bislang schwierigsten Börsenjahre". Er sei mit der Kursentwicklung der Aktie "nicht unzufrieden" und rechne mit einer weiteren Positiv-Entwicklung. (tol)