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T-Systems droht angeblich Zerschlagung

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Der Telekom-Tochter T-Systems droht angeblich die Zerschlagung. Nach Informationen des Magazins Focus betreibt Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick mit Hochdruck die Verkaufsgespräche mit Investoren. Als Favorit für die Übernahme gelte Cerberus. Der Finanzinvestor, der vor wenigen Wochen dem Daimler-Konzern die defizitäre Tochter Chrysler abgenommen hatte, würde nach Informationen des Magazins aber nur Teile von T-Systems übernehmen.

Die internationalen Großkunden würden dem Bericht zufolge von Cerberus weitergeführt, möglicherweise in einer Gesellschaft mit einer Minderheitsbeteiligung der Telekom. Die Telekom selbst würde die 160.000 mittelständischen Geschäftskunden bei der Festnetzsparte T-Home unterbringen.

Die Telekom suche nach dem Rücktritt von T-Systems-Chef Lothar Pauly derzeit keinen Nachfolger, erfuhr Focus aus dem Aufsichtsrat. Über die finanziellen Regelungen zu Paulys Ausscheiden soll das Kontrollgremium in der kommenden Woche entscheiden. Laut dem Magazin soll Pauly der Abschied mit 4,5 Millionen Euro Abfindung versüßt werden. Hintergrund des Rücktritts ist eine mögliche Verstrickung des ehemaligen Siemens-Managers in den Schmiergeldskandal des Münchner Elektrokonzerns. Finanzchef Eick hat kommissarisch die Aufgaben von Pauly übernommen.

Der Rückzug von Pauly kam für die Telekom zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da der Konzern auf der Suche nach einem Partner für T-Systems ist. Der von Pauly geleitete Auswahlprozess sollte im Sommer abgeschlossen werden. Derzeit laufen nach Angaben aus Konzernkreisen Gespräche mit möglichen Partnern, die bis Mitte Juni abgeschlossen werden sollen.

Unterdessen geht der Streik bei der Telekom in eine entscheidende Phase. Hinter den Kulissen rechnen die Experten bei der Telekom eifrig an Modellen für eine Kompromisslösung. "Wir hoffen, dass ver.di an den Verhandlungstisch zurückkehrt", hieß es im Umfeld der Telekom. Kurz vor Toresschluss – die Telekom ist fest entschlossen, mit T-Service zum 1. Juli zu starten – könnte in dieser Woche doch noch eine Lösung gefunden werden, bevor die formellen Schreiben über die Einordnung in neue Tarifverträge der künftigen Service-Gesellschaften verschickt werden.

Seit Wochen protestieren die Beschäftigten gegen die geplante Auslagerung von 50.000 Arbeitsplätzen in Service-Gesellschaften. Dort sollen sie nach dem aktuellen Angebot des Telekom-Managements Gehaltskürzungen von 9 Prozent hinnehmen und länger arbeiten. Auch am Wochenende dauerte der Streik an. (dpa) / (anw)