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T-Systems verkauft Mainframe-Sparte an IBM

Die Telekom-Tochter stößt das Großrechnergeschäft für 860 Millionen Euro an IBM ab. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

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IBM

(Bild: dpa, Peter Steffen/Archiv)

Der IT-Dienstleister der Deutschen Telekom, T-Systems, trennt sich von seiner Geschäftssparte mit Mainframe-Systemen und verkauft sie an IBM. Hierfür sollen 400 Mitarbeiter in sechs Ländern zu IBM wechseln, wie aus einer internen Mitteilung an die Beschäftigten hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach sollen die Kundenverträge von dem Verkauf unberührt bleiben, und auch die vorhandene Hardware soll in den T-Systems-Rechenzentren in Deutschland, Spanien und Südafrika verbleiben, schreibt das Handelsblatt. Die Dienstleistungen rund um Großrechner wolle das Unternehmen künftig gemeinsam mit IBM anbieten.

Ein Sprecher der Deutschen Telekom bestätigte gegenüber dem Magazin den Verkauf und wies darauf hin, dass zunächst die entsprechenden Gremien der Deutschen Telekom sowie die zuständigen Kartellbehörden dem Deal zustimmen müssten. Vorbehaltlich der Zustimmung könne der Verkauf bereits im Mai abgeschlossen werden, so der Telekom-Sprecher. Die Kaufsumme soll 860 Millionen Euro betragen, zitiert das Magazin den Branchendienst IT-Zoom.

Der T-Systems-CEO Adel Al-Saleh treibt damit den Konzernumbau voran, den er vor gut einem Jahr bei seinem Antritt angekündigt hatte und der langfristig den Abbau von bis zu 5600 Arbeitsplätzen allein in Deutschland vorsieht. Das Unternehmen soll sich dabei vom Spezialisten für das Outsourcing von IT-Betrieb zum Anbieter von "Digital Solutions" wie Cloud-Diensten, IT-Security oder Internet of Things wandeln – und bezieht dafür auch Partner wie Microsoft ein. Die Microsoft-Treuhänder-Cloud bei T-Systems erwies sich jedoch als Flop und wurde Mitte vergangenen Jahres zum Auslaufmodell.

IBM baut sein Geschäft mit den recht langlebigen Großrechnern weiterhin aus und um: Kürzlich wurden neue z14-Systeme vorgestellt, die erstmals vom 24- auf das 19-Zoll-Rackformat wechseln. Außerdem setzt IBM verstärkt auf Linux auf seinen System-z-Mainframes (unter der Bezeichnung "LinuxONE"), die Kunden auf Wunsch auch mieten und nur nach genutzter Rechenleistung bezahlen können. (tiw)

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