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T-Systems will mit neuen Angeboten wachsen

T-Systems erwirtschaftet ein Drittel des gesamten Umsatz der Deutschen Telekom. Damit das weiterhin der Fall ist, sollen im Laufe dieses Jahres 33 neue Produkte für Geschäftskunden auf den Markt kommen.

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T-Systems-Geschäftsführer Reinhard Clemens hat auf der CeBIT neue Produkte vorgestellt, mit denen sein Unternehmen bei Geschäftskunden punkten und damit weiter wachsen will. So will der drittgrößte Cloud-Anbieter der Welt für alle Kunden, die sich "cloudifizieren" wollen, einen Cloud-Broker anbieten. Mit dieser Entscheidungshilfe, die zum Beispiel auch konkurrierende Angebote von IBM und Oracle aufführt, soll der Kunde flexibel festlegen können, welche Daten in welchem Land verschlüsselt oder unverschlüsselt in der Cloud gespeichert werden und welche in der eigenen IT-Abteilung bleiben sollen.

T-Systems hofft, mit Cloud-Services um 25 Prozent pro Jahr wachsen zu können. Durch die Enthüllungen von Edward Snowden ist das Unternehmen nachdenklich geworden: "Insgesamt müssen wir uns mit unseren Rechenzentren auf Kontinentaleuropa konzentrieren, da muss man England und Irland ausnehmen" erklärte Clemens, "der alte Satz 'wir machen das in Irland' gehört der Vergangenheit an". Insgesamt werde mit kundenbezogenen Daten deutlich sensibler umgegangen. Besonders der Mittelstand lege jetzt eine ganz andere Sensibilität zutage als etwa internationale Konzerne.

Zum Wachstum mit Cloud-Angeboten gehört auch ein Vertriebs-Abkommen mit Salesforce, nach dem T-Systems über zunächst fünf Jahre die dessen Cloud-Produkte in Deutschland vermarktet. Ähnliche Abkommen wollen sie für Europa, den Nahen Osten und Afrika schließen.

Ein weiteres Wachstumsfeld (7 Prozent) soll die IT-Sicherheit sein. Mit Angeboten wie einem Cyber-Abwehrzentrum für Großkunden, der gemeinsam mit Lancom entwickelten Clean Pipe als sicheren Übertragungsweg zu Cloud-Diensten und der Unterstützung der CipherCloud.

Neben dem Engagement für intelligente Netze und vernetzte Autos soll die M2M-Kommunikation (Machine to Machine) im Verbund mit Big Data das wichtigstes Wachstumsfeld von T-Systems werden. Bis zu 40 Prozent Wachstum will das Unternehmen auf diesem Gebiet erreichen. Die Wachstumschancen seien deshalb besonders groß, weil hier derzeit ganze Produktions- und Lieferketten zusammengelegt würden und das "Ingenieurland Deutschland" sich bestens positionieren könne. Als Beispiel nannte Clemens Kommunikationschips in Waschmaschinen. Hier müssten sich alle Hersteller von weißer Ware auf eine einheitliche Plattform einigen, dann explodiere der M2M-Markt.

Als erfolgreiches Beispiel umgesetzter M2M-Projekte nannte Clemens das auf der Pariser Luftfahrtschau präsentierte intelligente Koffersystem Bag2Go. Es sei auf Neugierde bei den Fluglinien gestoßen, die an neuen, sicheren Wegen der Gepäckabfertigung interessiert seien. Anfang April will T-Systems in der Bonner Konzernzentrale mit einer Mall2Go starten, einem virtuellen Kaufladen mitsamt eigener App. Mitarbeiter kaufen darüber durch Texteingabe ein oder indem sie ein Produkt fotografieren oder den Barcode einscannen. Um 16 Uhr steht dann die Ware vor dem Heimweg beim Kaufladen-Pförtner zur Abholung bereit – die "allabendliche Hetze" im Supermarkt entfällt. (anw)

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