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TAL-Streit: Netcologne und M-Net verlassen Breko-Verband

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Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) verliert wie erwartet zwei Gründungsmitglieder. Die beiden Citycarrier Netcologne (Köln) und M-Net (München) gaben am heutigen Samstag ihren Austritt aus dem Verband bekannt. Die Unternehmen führen "Interessengegensätze bei der Bewertung angemessener Preise für Telekommunikationsinfrastruktur" als Grund an. In den Wochen zuvor war es verbandsintern zum Streit über die künftige Marschrichtung des Breko in zentralen Regulierungsfragen gekommen.

Der Streit im Breko hatte den Verband über Wochen gelähmt und die Neuwahl des Vorstands verhindert. Erst im Januar konnten sich die Mitglieder auf eine Verbandslinie einigen und eine neue Führung wählen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Austritt von Netcologne und M-Net bereits abgezeichnet, auch wenn das noch keines der Unternehmen bestätigen wollte. "Die Entwertung von Telekommunikationsinfrastruktur kann nicht im Interesse investierender Unternehmen sein", erklärt nun M-Net-Chef Hans Konle den Austritt.

Bei dem Streit ging es auch um die Frage, wie sich der Verband im anstehenden Entgeltverfahren der Bundesnetzagentur bezüglich der Miete für die Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) der Telekom verhält. Der Regulierer legt die TAL-Gebühr Ende März neu fest. Während die anderen Mitglieder eine Mietsenkung fordern, legen Netcologne und M-Net "Wert auf verlässliche und langfristig stabile Preisfestsetzungen", wie es in der Mitteilung heißt.

Beide Carrier, die als Telekom-Großkunden selbst von einer TAL-Senkung profitieren würden, wollen auf "kurzfristige Kostenentlastungen" zu Gunsten eines "langfristig angelegten infrastrukturbasierenden Geschäftsmodells" verzichten. Die beiden Stadtnetzbetreiber wollen nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in Glasfasernetze investieren und diese bis in die Häuser legen (Fiber To The Home, FTTH).

Nach Auffassung der beiden Unternehmen würden sich sinkende TAL-Entgelte unmittelbar auf Endkundenpreise auswirken, damit aber nicht den vom Breko angenommenen Infrastruktur-Wettbewerb stärken. "Natürlich werden die Preistreiber in diesem enorm preisaggressiven Markt jeden neu gewonnenen Spielraum nutzen", meint Netcologne-Chef Werner Hanf. "Langfristig bedeutet dies aber, dass dem Markt dringend notwendiges Umsatzpotential entzogen würde und damit die auf lange Sicht gerechneten Glasfasernetze in ihrer Wirtschaftlichkeit nachhaltig gefährdet würden."

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(vbr)

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