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TEDxFrankfurt: Big Data für die Ebola-Bekämpfung

Das Spektrum der Frankfurter TEDx-Konferenz am Donnerstag reichte von der gesellschaftlichen Diskussion über die Verwendung von Big Data bis zur Behandlung von Augenkrankheiten in Afrika.

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TEDxFrankfurt

(Bild: Volker Weber)

39 Millionen Menschen weltweit sind blind, vier Fünftel seien durch behandelbare Krankheiten wie den grauen Star erblindet, berichtete Dr. Andrew Bastawrous, Augenchirurg und akademischer Lehrer an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, in seinem Vortrag auf der TEDx-Konferenz am Donnerstag in Frankfurt. In Kenia aber gibt es etwa einhundertmal weniger Augenärzte als in England. Mit den logistischen Schwierigkeiten einer klinischen Studie mit 5000 Probanden an 100 Orten konfrontiert, entwickelte Bastawrous mit Kollegen zusammen PEEK, das Portable Eye Examn Kit. Damit heimste er den meisten Beifall bei der TEDx-Konferenz ein.

Eröffnet wurde TEDxFrankfurt von zwei Routiniers: Der Economist-Journalist Kenneth Cukier regte eine gesellschaftliche Diskussion über die Verwendung von Big Data an. Auch wenn er in der Vergangenheit bereits über Risiken (Big data dystopia) und Chancen (Big data is better data) berichtete, zielte er in Frankfurt eher auf die Vorteile ab. Vor dem Hintergrund des Ebola-Ausbruchs in Afrika forderte er die Verwendung von mobilen Bewegungsdaten ein. Allein durch diese Information hätte der Verlauf der Epidemie besser eingedämmt werden können. Er vertrat die These, dass die Privacy des Einzelnen hinter dem Nutzen für alle zurückstehen müsse.

TEDx-Konferenzen sind die kleinen Ableger der "großen", jährlich stattfindenden TED-Konferenz. Während die jährliche Konferenz eher elitär ist, wird dieses Format kostenlos für lokale, unabhängig organisierte TEDx-Veranstaltungen lizenziert. TED-Vorträge folgen stets dem gleichen Muster. Sie sind zwischen 5 und 18 Minuten lang, sie haben einen starken persönlichen Bezug und nehmen den Zuhörer mit auf eine kleine Reise. Da sie frei vorgetragen werden, wirken sie spontan, sind aber tatsächlich sehr aufwändig einstudiert.

TEDx-Events leben vor allem durch die breite Vielfalt der Vorträge. Fällt ein Vortrag mal nicht so interessant aus, dann gibt es in spätestens zwanzig Minuten bereits den nächsten. In weniger als vier Stunden stellten auf diese Weise ingesamt acht Vortragende unterschiedlichste Themen zur Diskussion. Dazu wurden zwei weitere TED Talks per Video eingespielt. Die Veranstaltung endete mit einer Performance des Songwriters Michael Schulte.

Der nächste TEDx-Event findet in Hamburg statt. Weitere Events findet man auf der Website der Organisation. Alle Vorträge werden auch auf Video aufgezeichnet und veröffentlicht – auch per App für Android und iOS. (vowe)

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