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TK-Endgerätehersteller lehnen Netzabschlussgerät ab

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Bei einem Treffen Ende Juni in Mainz hörte die Bundesnetzagentur (BNetzA) erstmals Vertreter der TK-Herstellerbranche im Streit um den Routerzwang an, teilte ein betroffenes Unternehmen heise online mit. Bereits im April hatten sich 17 Hersteller in einem an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und die BNetzA gerichteten Positionspapier für die gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung der Netzzugangsschnittstelle an der TAE-Dose und eine freie Routerwahl ausgesprochen.

Am Mainzer Treffen nahmen auch Vertreter des BMWi und Netzbetreiber teil. Die Endgerätehersteller, vertreten durch Agfeo, Auerswald, AVM, D-Link, Draytek, Lancom, TAS und Viprinet, waren sich mit BMWi und BNetzA einig, dass der politische Wille vorhanden ist, den gegenwärtig von einigen Providern praktizierten Routerzwang künftig zu unterbinden. Dazu schlagen die Hersteller vor, bei xDSL weiterhin die TAE-Dose als Netzzugangsschnittstelle zu verwenden. Ein von der Bundesnetzagentur vorgeschlagenes, nicht weiter spezifiziertes Netzabschlussgerät verwarfen die Firmen.

Die TK-Hersteller verwiesen darauf, dass digitale Netze kein Netzabschlussgerät benötigen, besonders wenn es sich um standardisierte Übertragungsverfahren wie xDSL handelt, wofür das All-IP-Angebot der Deutschen Telekom einschließlich T-Entertain der beste Nachweis sei. Die technische Spezifikation 1TR112 der Deutschen Telekom ermögliche allen Herstellern, passende Endgeräte anzubieten, was den Kunden Wahlfreiheit beim Endgerät erlaube. Ein Netzabschlussgerät sei demgegenüber als unnötiges Element mit zusätzlichen Kabeln, Netzteil und Strombedarf ein Rückschritt. Auch steige die Zahl potenzieller Fehlerquellen mit jedem zusätzlichen Gerät. Dies sei für Privat- und Firmenanwender von TK-Netzen ein Problem. Die Bundesnetzagentur kündigte eine offizielle Anhörung zum Routerzwang an. (ea)

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