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TU München eröffnet Institut für KI-Ethik mit Finanzierung von Facebook

Mit 6,5 Millionen Euro von Facebook sollen ethische Probleme von KI erforscht werden, unter anderem zu "Fake News" und autonomem Fahren.

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(Bild: TY Lim/Shutterstock.com)

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Das von Facebook finanzierte Institut zur Erforschung ethischer Fragen rund um künstliche Intelligenz ist am Montag in München eröffnet worden. Im Fokus der ersten Forschungsprojekte stehen unter anderem Software-Entscheidungen beim autonomen Fahren und im Klinik-Alltag sowie die Entwicklung von Hasskommentaren und gefälschten Nachrichten im Netz. Facebook unterstützt das Institut an der Technischen Universität München mit 6,5 Millionen Euro und betont, dass damit keine Auflagen oder Erwartungen verbunden seien.

Für die ersten Förderprojekte wurden 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Dabei soll zum Beispiel erkundet werden, welche Rolle die Algorithmen von Online-Plattformen bei der Verbreitung von Hassrede und "Fake News" haben. Dafür werde die Dynamik der Meinungsbildung mathematisch modelliert, erläuterte das Institut am Montag. Ein weiteres Projekt geht der Frage nach, ob Nutzer durch personalisierte Ansprache dazu bewegt werden können, ihr Verhalten beim Verbreiten gefälschter Nachrichten zu ändern.

Untersucht werden sollen auch Lösungsvorschläge für die Regulierung von Programmen auf Basis künstlicher Intelligenz. Aus diesem Projekt sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Gesellschaft und Politik sowie Anforderungen an zukünftige KI-Technologien formuliert werden. Bislang stehen Machine-Learning-Verfahren immer wieder in der Kritik, Vorurteile der Entwickler oder gesellschaftliche Diskriminierung zu reproduzieren. Bei der Erforschung des autonomen Fahrens geht es um ethisch vertretbare Entscheidungen zum Beispiel bei unvermeidbaren Kollisionen mit Menschen. Dafür sollen Programme im Simulator getestet werden.

Zu Gast bei der Eröffnung am Montag war auch Staatsministerin Dorothee Bär, Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. In einer Pressemitteilung der TU München hieß es, man wolle mithilfe des Instituts "KI-basierte Technologien vertrauenswürdig und gesellschaftsfähig" machen. Facebook hatte die Unterstützung für die Erforschung künstlicher Intelligenz für das Institut in München im Januar bekanntgegeben. Die Erstfinanzierung ist auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgelegt. (siko)