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TUI-Konzern: Digitalisierung mit Augenmaß

Digitalisierung ist einer der Megatrends – aber wie sollen gerade ältere Mitarbeiter in Unternehmen damit umgehen? Der Reisekonzern TUI meint: Es muss nicht alles von heute auf morgen geschehen.

Tui: Digitalisierung mit Maß

(Bild: TUI)

Der weltgrößte Reisekonzern TUI hat sich für Augenmaß bei der Digitalisierung und beim Einsatz von Robotern in der Arbeitswelt ausgesprochen. Die Digitalisierung bedeute eine technologische Revolution. "Aber Menschen sind immer auf dem Evolutionspfad, sie legen nicht von heute auf morgen im Kopf den Schalter um", sagte Elke Eller, TUI-Personalvorstand und Arbeitsdirektorin, in Hannover.

"Wir haben derzeit mindestens drei Generationen gleichzeitig in der Arbeitswelt. Und jede dieser Generationen hat einen anderen Umgang mit der Digitalisierung." Für viele Menschen sei daher Weiterbildung entscheidend. Mitarbeiter müssten ständig geschult werden, nicht nur in Sachen Digitalisierung, sagte Eller. Es gebe auch persönlichere Beratung im Reisebüro dank intelligenter Datenauswertung.

TUI-Personalvorstand Elke Eller: Entscheidend bei digitalen Umwälzungen ist, "dass neue Tätigkeiten daraus entstehen".

Eller räumte ein: "Solche Umwälzungen kosten immer Arbeitsplätze – entscheidend ist, dass neue Tätigkeiten daraus entstehen." Der Technikanbieter Amadeus und die TUI hatten im Vorfeld der Tourismusmesse ITB erstmals einen Roboter für den Reisevertrieb vorgestellt. Die Idee sei, den humanoiden Roboter am Eingang von Reisebüros einzusetzen, um Kunden erste Vorschläge zu machen. Dies sei in einem Berliner Reisebüro getestet worden.

Mit Hilfe der Roboter-Vorarbeit könne der Mitarbeiter am Schalter auf einem ganz anderen Informationsniveau ansetzen und viel individueller arbeiten als in der Vergangenheit, erklärte Eller. Der TUI-Konzern kommt jährlich auf rund 20 Millionen Gäste.

"Viele Routine-Tätigkeiten brauche ich heute auch im Dienstleistungssektor gar nicht mehr selber zu erledigen, weil Big Data mir vieles liefert", sagte Eller. Gleichzeitig drehe sich angesichts des Fachkräftemangels der Arbeitsmarkt und werde zum Arbeitnehmermarkt, erklärte sie. Traditionelle Arbeitnehmerrechte wie etwa die Mitbestimmung seien weiter notwendig, es gebe aber Änderungsbedarf – "von traditioneller Mitbestimmung hin zu stärkerer Mitarbeiterbeteiligung". (dpa) / (thk)

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