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150 Jahre TU München: Rückbesinnung der Technik auf die Gesellschaft gefordert

Den Menschen muss die Angst vor den technischen Entwicklungen genommen werden, findet der Präsident der TU München. In der Forschung muss die Technik enger mit der Sozial- und Humanwissenschaft verbunden werden.

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CeBIT

(Bild: dpa, Ole Spata)

Seit 150 Jahren wird an der Technischen Universität München (TUM) geforscht. Zum Jubiläum gibt sich der Präsident Wolfgang Herrmann nachdenklich und sieht eine Zukunftsaufgabe für die Forschung in einer engeren Verbindung von Sozial- und Humanwissenschaften mit der Technik. Forschung müsse bei den Menschen ansetzen, die teils von der rasanten technischen Entwicklung abgekoppelt würden – oder Angst hätten vor neuen Möglichkeiten wie Robotern in der Pflege, sagte Herrmann im Vorfeld der Feiern zum 150-jährigen Bestehen der TUM.

"Wir müssen die Rückbezüge der Technik zur Gesellschaft forcieren. Das ist eine große, vielleicht die größte Herausforderung der nächsten zehn bis zwanzig Jahre. Dann müssen wir es geschafft haben, ein sozial- und humanwissenschaftliches Portfolio zu haben, das in die Technikfächer eingedrungen ist und mit diesen zusammenarbeitet", sagte Herrmann. "Es sollte zum Beispiel nirgends ein Politikwissenschaftler ausgebildet werden, der gar keine Ahnung von Technik hat." Politik, Verbände und Unternehmen bräuchten Menschen, die politische Strukturen verstehen und zugleich technischen Fortschrift in ihre Denkwelt einbeziehen. In der Robotik wiederum würden Sozial- und Humanwissenschaftler gebraucht, die mit Technikern forschen. Nur dann könnten Ängste der Menschen abgebaut werden.

(bme)