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Computex

Tablets mit Windows 7

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LG Electronics UX10: Bei Microsoft auf dem Stand ausgestellt

Unter Windows laufende Tablet PCs ohne Tastatur, sogenannte Slates, gibt es schon lange, doch auf der Computex bekommen sie neue Aufmerksamkeit – auch weil Apple mit dem iPad zeigt, dass nicht nur wie bisher industrielle Kunden eine Zielgruppe sind. Einigen Slates wie dem iTablet von Amtek merkt man diese Herkunft an ihren dicken und schweren Gehäusen noch an. Doch die meisten neuen Modelle richten sich mit schickem Design und niedrigem Gewicht nach den Bedürfnissen privater Nutzer.

Amtek iTablet: Seit sieben Jahren im gleichen Design

Viele Modelle auch von nicht auf der Computex vertretenen Herstellern zeigt Microsoft. Darunter ist auch das LG UX10, ein leider nur hinter Glas gezeigter 10-Zöller, der 850 Gramm wiegen soll und mit dem Atom Z530 läuft. Amtek greift mit dem iTablet T236 ein Design auf, das der chinesische, hierzulande nicht vertretene Hersteller schon seit 2003 nutzt und das immer noch modern wirkt, wenn auch etwas geklaut. Mit 1,5 Kilogramm Gewicht und über zwei Zentimeter dickem Gehäuse gehört das iTablet aber zu den weniger attraktiven Begleitern. Immerhin findet ein Core 2 Duo Platz. Asus durfte sein Mockup des EP121 ausstellen, bei Intel stand das Compal NEZ00. Weitere Tablets stammen von Herstellern, die hierzulande bestenfalls unter anderem Markennamen anzutreffen sein dürften, wenn überhaupt: 2gopc, CZC, Greatwall, iiView, U3icuos und Viliv.

Hanvon B10: vom selbstbewussten Hersteller Hanwang

Merken sollte man sich vielleicht den chinesischen Hersteller Hanwang mit seiner Marke Hanvon: Er gibt sich immerhin selbstbewusst und will bei E-Book-Readern in zwei Jahren Weltmarktführer werden. Wie die Großen produziert Hanwang nicht selbst, die Tablets stammen von FIC und Pegatron. Mit zwei Modellen geht Hanwang an den Start. Das B20 hat ein 10-Zoll-Display, das nur auf Stifteingabe reagiert, interessanter ist das B10: Es lässt sich dank des kapazitiven Multitouch-Displays, das erfreulich direkt auf Fingergesten reagierte, flüssig bedienen. Fast ein Kilogramm wiegt es allerdings. Hanwang peilt einen Preis um 600 US-Dollar an und will auch in Deutschland verkaufen.

Elitegroup zeigt ein nicht eingeschaltetes A102, ein Tablet mit 10-Zoll-Display, Atom N450 und 800 Gramm Gewicht, das mit fast zwei Zentimetern Dicke und vier Stunden Laufzeit keine Bestwerte liefert. Im August soll die Serienproduktion starten. MSI hat sein Vorseriengerät WindPad 100 schon am Messevortag vorgestellt.

Malata PC-A1001H: Dank Kapazitiv-Display flüssig zu bedienen

Ein großer Schwachpunkt vieler Geräte ist der schlechte Touchscreen. Die wenigen Slates mit kapazitivem Touchscreen (Amtek, Hanwang, Malata) lassen sich viel flüssiger bedienen als andere Modelle. Beim chinesischen Hersteller Malata konnte man das direkt ausprobieren, denn dort standen zwei bis auf die Touchtechnik identische Modelle. Beim resistiv arbeitenden PC-A1001 kommt man nur zäh voran, der Wegfall der Tastatur wirkt als Einschränkung. Doch das PC-A1001H reagierte so flink, dass doch ein wenig Neugier aufkam, ob man Windows mit dem Finger buchstäblich in den Griff kriegen kann. Malata hat eine Bedienoberfläche namens Blue Dolphin installiert, die das Starten von Programmen vereinfacht – hingegen funktioniert bei Resistiv-Panels kaum der Start per Doppelklick im ersten Versuch fehlerfrei.

Hilfsprogramme verbessern die Windows-Bedienung, aber richtig gut geht das per Finger trotzdem nicht.

Nachteil der kapazitiven Oberflächen ist wiederum, dass man nicht mit einem Stift schreiben kann, was für schnelle Notizen viel besser geht als per Finger oder mit der virtuellen Tastatur zu schreiben. Die Lösung besteht darin, beide Techniken einzubauen, was die teuren professionellen Tablet PCs beispielsweise von Dell, HP und Lenovo seit etwa einem Jahr bieten. Doch für die angepeilten Preise unter 1000 Euro dürfte das nicht zu machen sein.

Letztlich macht Windows 7 ohne Tastatur und Maus selbst mit idealen Eingabemethoden keinen Spaß. Die von einigen Herstellern installierten Tools helfen etwas. Aber spätestens wenn normale Windows-Software zum Einsatz kommt, scheitert die Fingerbedienung. (jow)