Menü

Tarifkonflikt: ver.di fordert Telekom zum Einlenken auf

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom hat ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder den Konzern dringend zum Einlenken aufgefordert. "Die Telekom muss sich daran orientieren, welche Tarifabschlüsse um sie herum vorliegen", sagte Lothar Schröder, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens und Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes, in einem Gespräch mit dpa. Im gesamten Umfeld des Unternehmens seien Abschlüsse von deutlich über 3 Prozent erzielt worden.

Die Telekom könne nicht riesige operative Gewinne erwirtschaften, an die Aktionäre hohe Dividenden ausschütten und gleichzeitig den Beschäftigten immer größere Belastungen aufbürden, betonte Schröder. Unter dem Deckmantel der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit werde verschleiert, dass die Telekom den Beschäftigen zumuten will, länger zu arbeiten und die Pausenzeiten zu streichen.

Vor wenigen Tagen hatte das Management des Unternehmens für die rund 50.000 Beschäftigten der Telekom Deutschland GmbH, zu der unter anderem der Mobilfunk und Servicegesellschaften gehören, Gehaltszuschläge von 3,5 Prozent in mehreren Schritten und über eine Laufzeit von 18 Monatern angeboten. Als Gegenleistung forderte die Telekom von ver.di Zugeständnisse unter anderem bei Arbeitszeiten und Pausenregelungen.

"Was die Arbeitgeber anbieten, ist eine Frechheit", sagte Schröder. Nach Berechnungen von ver.di bedeute das Angebot lediglich einen Zuwachs von 1,3 Prozent, wenn man die Laufzeit von 18 Monaten und die Monate ohne Zuschläge auf ein Jahr herunterrechne. "Wenn man alles zusammen nimmt, spart der Arbeitgeber mehr, als er den Arbeitnehmern anbietet", unterstrich Schröder.

Die Tarifverhandlungen für rund 85.000 Beschäftigte der Telekom, die in drei Strängen geführt werden, stecken derzeit in einer Sackgasse. Ob mit dem in dieser Woche anstehenden Wechsel im Personalvorstand der Telekom eine Wende möglich ist, bleibt abzuwarten. Nach fünf Jahren räumt Personalchef Thomas Sattelberger seinen Posten für Marion Schick, die als zweite Frau in den Telekom-Vorstand aufrückt. Schröder: "Die Telekom hat ihr ein gewaltiges Problem vor die Tür gestellt. Da kommt eine mächtige Aufgabe auf sie zu". (Peter Lessmann, dpa) / (jk)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige