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TeX-Distribution TeX Live 2008 veröffentlicht

Die TeX Users Group hat am heutigen Mittwoch die TeX-Distribution TeX Live 2008 veröffentlicht. ISO-Images und Quellen stehen zum Download auf dem Comprehensive TeX Archive Network (CTAN) bereit.

TeX Live ist die umfangreichste Distribution des freien Textsatzsystems, die fast alle derzeit verfügbaren Pakete für TeX und die darauf aufsetzenden Makrosprachen LaTeX und ConTeXt sowie die Anwendungen Metafont, MetaPost, BibTeX und eine große Zahl an Zeichensätzen enthält.

Seit der Einstellung des Supports für teTeX im Mai 2006 ist TeX Live für alle Unix-artigen Systeme zur Standard-Distribution geworden. Windows wird erstmals nur noch ab der Version 2000 unterstützt. TeX Live kann sowohl von Festplatte als auch direkt ("live") von der DVD ausgeführt werden. Die Portierung MacTeX 2008 für Mac OS X soll in Kürze veröffentlicht werden.

Selbstverständlich sind die Änderungen, die TeX-Erfinder Donald E. Knuth bis Anfang dieses Jahres eingearbeitet hat, in die Distribution eingeflossen. Unter den weiteren Neuerungen ist vor allem der TeX Live Manager zu nennen, mit dem man alle Pakete wie in der TeX-Distribution MiKTeX wahlweise über eine grafische Oberfläche oder auf der Kommandozeile laufend aktualisieren kann – ein Feature, das viele Anwender bisher schmerzlich vermisst haben. Außerdem dient der TeX Live Manager dazu, die Distribution zu konfigurieren. Die TUG will neue Pakete und Updates zukünftig gleichzeitig mit der Veröffentlichung auf CTAN für TeX Live bereitstellen, dann können auch Linux-Anwender ihr TeX-System unabhängig von Updates ihres Linux-Distributors auf dem aktuellen Stand halten.

LuaTeX, der designierte Nachfolger des PDF-Generators pdfTeX, ist über die Skriptsprache Lua zu steuern, befindet sich aber noch in Entwicklung. LuaTeX greift ebenso wie die unverändert enthaltene pdfTeX-Erweiterung XeTeX auch auf OpenType-Schriftarten zu. Beide Pakete arbeiten im Unterschied zu reinem pdfTeX vollständig unter Unicode. Hierfür wurden auch die Trennmuster auf Unicode umgestellt. Ergänzend dazu gibt es den Index-Prozessor Xindy, der auch Nicht-ASCII-Zeichen verarbeiten kann, nun für alle Plattformen außer Windows.

Alle Skripte der Distribution laufen unter Windows in einer eigenen, internen Perl-Distribution, da die meisten Microsoft-Systeme diese Sprache nicht von sich aus unterstützen. Damit ist die Unterstützung für TeX unter Windows mit der unter Unix praktisch gleichwertig. In der Projekt-Mailingliste wurden allerdings Probleme beim Aufruf der Onlinehilfe texdoc unter Windows Vista mit dem Adobe Reader 9 diskutiert, die mit anderen PDF-Viewern anscheinend nicht auftreten. Eine Lösung hierfür soll in Kürze herauskommen.

Siehe dazu auch:

  • TeX Live im heise Software-Verzeichnis

(Dr. Jürgen Fenn) / (Dr. Jürgen Fenn) / (hps)

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