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"Impfung" gegen Fake News

Wenn sich Falschinformationen im Netz schon nicht verhindern lassen, hilft möglicherweise eine Immunisierung dagegen. Dieser Ansatz erweist sich als effektiv.

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(Bild: dpa, Franziska Gabbert)

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Ein Team an der University of Cambridge hat ein Online-Spiel entwickelt, das nach seinen Angaben die Fähigkeit, Fake News auf Twitter zu durchschauen, signifikant verbessert. Darin nehmen die Spieler selbst die Rolle eines Urhebers von Falschinformationen im Internet ein, um sie über diese aktive Tätigkeit für die Strategien bei echten Desinformationsversuchen zu sensibilisieren. Weil sich diese Vorgehensweise als effektiv herausgestellt hat, denken Google, WhatsApp, das britische Außenministerium und die Europäische Kommission bereits darüber nach, wie sie das Spiel einsetzen könnten. Das berichtet Technology Review online in "Ein Spiel als Impfung gegen Fake News".

Jon Roozenbeek und Sander van der Linden vergleichen ihren Ansatz mit einem "Breitband-Impfstoff" – wenn sich Fake News schon nicht verhindern lassen, sollen Nutzer wenigstens immun dagegen werden, sodass sie keine Wirkung mehr zeigen. Auch früher habe es schon Versuche zu einer Sensibilisierung gegen Falschinformationen gegeben, erklären die beiden Forscher. Diese sei jedoch stets passiv erfolgt, also durch die Lektüre oder den Vortrag von korrekten Informationen. Effektiver sei aber potenziell eine "aktive" Beschäftigung mit dem Phänomen.

Also entwickelte das Forscher-Duo ein Online-Spiel zu Fake News, genannt "Bad News". Darin stehen sechs Strategien zur Auswahl, wie sie auch in der realen Welt der Desinformation angewandt werden: Gegner diskreditieren, Verschwörungstheorien vorbringen, trollen (mit kontroversen Aussagen Reaktionen provozieren), polarisieren, auftreten als andere Person und Emotionen ansprechen. Wer sich wiederholt geschickt damit anstellt, sammelt Punkte. Bei anschließenden Tests zeigte sich, dass die Fähigkeit der Teilnehmer, gefälschte Twitter-Nachrichten als solche zu erkennen, deutlich zugenommen hatte.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)