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TechEd: Windows Server 2012 R2 angekündigt

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Microsoft Server 2012 ist erst knapp neun Monate auf dem Markt, da kündigt der Softwarehersteller zum Auftakt der Konferenz TechEd North America in New Orleans bereits ein neues Release an. Gegen Ende des Jahres sollen Server 2012 R2 und System Center 2012 R2 erscheinen, teilte das Unternehmen am Montag mit Eine Vorabversion soll es noch im Juni geben.

Bereits im Mai hatte Microsoft einen ersten Einblick gestattet, wohin die Reise bei Windows Server, System Center und Azure geht. Dabei rückt die Cloud weiter in den Mittelpunkt, vor allem die Bereitstellung von Cloud-Diensten durch Hoster oder die Einbindung solcher Dienste in die IT-Struktur von Großkunden (Enterprise). Microsoft erwartet bis 2016 eine Verfünffachung der Nutzung von Cloud-Diensten.

Arbeitnehmer sollen demnach im kommenden Jahr nicht mehr ausschließlich an einem PC, sondern an verschiedenen Geräten arbeiten. Sie sollen die Geräte in die IT-Struktur des Unternehmens (Bring-You-Own-Device) einbinden und trotzdem auf Firmeninhalte zurückgreifen können.

Dafür bringen Server 2012 R2, System Center 2012 R2 und Windows Azure einige Verbesserungen mit. Neu sind zum Beispiel die zweistufige Authentifizierung oder die Work Folders mit. Die Work Folders in Server 2012 R2 sollen für unterschiedliche Geräte als zentraler Speicher dienen. Die Dokumente landen automatisch auch in der Cloud und liegen nur verschlüsselt auf dem mobilen Gerät, sollte es verloren gehen.

Laut Microsoft klappt der Zugriff im aktuellen Entwicklungsstand mit Windows 8, 7, RT und iPad, eine Lösung für Android sei in Entwicklung. Bemerkenswert ist, dass die Work Folder vorerst Windows Phone nicht unterstützen. Für das vollständige Management von mobilen Geräten braucht man System Center 2012 R2 Configuration Manager und Windows Intune.

(Bild: Microsoft)

Deutliche Verbesserungen verspricht Microsoft auch beim Zusammenspiel von privater und öffentlicher Cloud. Unter dem Schlagwort Hybrid-IT sollen sich beide nahtlos verbinden. So dürfen sowohl Domänen-Controller als auch Mitglieder einer Domäne in der Cloud liegen. Mitarbeiter können sich mit ihren ADFS-Zugangsdaten auch an cloud-basierten Diensten anmelden. Das geschieht, indem Unternehmen das Active Directory der eigenen Server mit dem Windows Azure Active Directory (WAAD) verbinden.

Unter der Haube tut sich beim Server 2012 R2 einiges. Die Netzwerkfunktionen wie das Bündeln von Netzwerkadaptern (NIC-Teaming), Receive-Side Scaling (RSS) und Virtual Machine Queue (VMQ) wurden überarbeitet. Neu ist Virtual-RSS (vRSS). Es kombiniert VMQ und RSS. Somit belastet VMQ nicht mehr nur einen Kern einer virtuellen Maschine, da sich die Last über einen RSS-Hash auf mehrere Prozessorkerne verteilt.

Beim NIC-Teaming funktioniert die Verteilung der Daten, die über das Netzwerk fließen, jetzt auf Paketebene. Das System erkennt Brüche im TCP-Datenstrom und leitet einzelne Datenpakete an ein anderes Teammitglied weiter. Für die Auswertung des Netzwerkverkehrs eines Servers über eine Remote-Verbindung bringt der Message Analyzer eine graphische Oberfläche.

Hyper-V in Server 2012 R2 führt neuartige virtuelle Maschinen (VM) ein. Microsoft nennt sie VMs der "zweiten Generation". Sie kommen weitgehend ohne Emulation aus. Als Gastsystem kommen ausschließlich 64-Bit-Versionen ab Windows 8 und Server 2012 in Frage. Die VMs nutzen UEFI, starten auch von virtuellen SCSI-Laufwerken oder aus dem Netzwerk und unterstützen Secure Boot. Der Zugriff vom Host gelingt per RDP auch ohne Netzwerkverbindung und inklusive Audio. Außerdem klappt jetzt das Übertragen von Texten und Bildern aus einem Word-Dokument und das Kopieren von Dateien in die VM mit Copy&Paste.

Die Live-Migration soll durch Kompression, SMB Direct und somit auch Remote Direct Memory Access (RDMA) deutlich schneller ablaufen. In einer Demonstration verkürzte sich die Dauer einer Migration von 66 Sekunden auf 27 Sekunden mit aktiver Kompression und mit RDMA sogar auf 9 Sekunden. Virtuelle Festplatten im VHDX-Format erlauben das Ändern der Größe jetzt im laufenden Betrieb, egal ob in der VM Linux oder Windows läuft. Der Export einer virtuellen Maschine ist nunmehr ohne Herunterfahren möglich.

Der Server 2012 R2 unterscheidet zwischen Hot und Cold Data und schiebt Dateien auf SSDs, damit der Zugriff möglichst schnell erfolgen kann.

(Bild: Microsoft)

Für das Speichern von Daten verbessert der aufgebohrte Server das Zusammenspiel von Festplatten und Solid State Disks. Das Automated Storage Tiering schiebt häufig benötigte Daten selbstständig auf SSDs, um die IOPS zu erhöhen. Es lassen sich zudem gezielt Dateien dem SSD-Tier zuweisen. Die Daten-Deduplikation erfährt ebenfalls einige Verbesserungen und funktioniert jetzt mit laufenden VMs.

Neues gibt es auch beim Windows Server Essentials. Den gibt es in Zukunft nicht mehr nur als eigene Edition, sondern ebenfalls als Rolle für die Editionen Standard und Datacenter. Von der maximalen Zahl der Benutzer wächst der Server Essentials soll nicht nur kleine- sondern auch mittlere Unternehmen ansprechen. Dafür verwaltet die neue Version dann bis zu 100 Benutzer und 200 Geräte. (bae)